Schnee, Glätte, Unfälle und ein neuer Todesfall: Der Winter hat für Beeinträchtigungen auf Bayerns Straßen gesorgt. In Würzburg war der Busverkehr auf einigen, abschüssigen Strecken stundenlang eingeschränkt oder sogar ganz eingestellt. Dort wurden auch die städtischen Friedhöfe gesperrt, um zu verhindern, dass Menschen von herabstürzenden Ästen getroffen werden.
Wie real diese Gefahr ist, hat man zuletzt in Franken sehen können. Nach den heftigen Schneefällen haben herabfallende Äste dort inzwischen zwei Menschenleben gekostet. In Nürnberg war Anfang der Woche eine 77 Jahre alte Frau gestorben, nachdem sie offenbar von einem Ast getroffen worden war. Wie die Polizei mitteilt, ist in Bamberg im Krankenhaus nun auch ein 41 Jahre alter Radfahrer seinen Verletzungen erlegen, die ihm am Montag ein abgebrochener Ast zugefügt hatte.
In Bamberg und Bayreuth ist die Schneelast auch jetzt noch sehr hoch. Dort fuhren am Donnerstag zeitweise keine Busse, im Landkreis Erlangen-Höchstadt fiel die Müllabfuhr aus.
Allein in der Oberpfalz registrierte die Polizei bis zum Vormittag rund 50 Verkehrsunfälle, bei denen fünf Menschen leicht verletzt wurden. Auf der Bundesstraße 85 bei Edelsfeld kippte am frühen Morgen ein Lebensmittellaster auf glatter Straße um und blieb quer auf der Fahrbahn liegen, was zu einer stundenlangen Sperrung der Strecke führte.
Auf der Kreisstraße in Schwaben zwischen Forheim und Christgarten rutschte ein Schulbus mit zwei Schulkindern von schneeglatter Straße in einen Graben. Die beiden Schulkinder wurden dabei leicht verletzt.
Ein mit sieben Menschen besetzter Kleintransporter ist auf der Autobahn 3 gegen das Heck eines Lastwagens gefahren. Die Feuerwehr musste einen eingeklemmten Menschen nach dem Auffahrunfall bei Waldaschaff (Landkreis Aschaffenburg) aus dem deformierten Fahrzeug befreien, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die restlichen Insassen seien selbst aus dem Kleintransporter gestiegen. Alle sieben kamen demnach zur weiteren Abklärung ins Krankenhaus.
Ansonsten blieb es den Einsatzzentralen zufolge zunächst bei vereinzelten Unfällen mit Sachschäden, weil Autos in Gräben oder gegen Verkehrsschilder gerutscht waren. Nach Angaben der Polizeipräsidien in Schwaben kam es im einsetzenden Berufsverkehr vermehrt zu witterungsbedingten Unfällen – zunächst ohne schwerere Folgen.

In Mittelfranken hatte ein Autofahrer allerdings mehr Pech: Nachdem der Wagen in einen Graben gerutscht und gegen einen Baum geprallt war, fiel dieser auf das Auto, wie ein Polizeisprecher sagte. Verletzt wurde dabei nach ersten Erkenntnissen aber niemand.
Auch am Freitag und Samstag kann es wieder glatt werden. Neben weiteren Schneefällen sei auch gefrierender Regen möglich, berichteten die Meteorologen. Die Temperaturen sollen die kommenden Tage weiterhin um den Gefrierpunkt pendeln – etwa zwischen minus sechs und plus fünf Grad.
Nach Angaben des bayerischen Lawinenwarndienstes ist die Lawinengefahr in einigen Gebieten des Allgäus erheblich. Es ist dort Warnstufe drei von fünf erreicht, beispielsweise in den Bergen rund um Oberstdorf. In den meisten Regionen der bayerischen Alpen bleibt das Risiko allerdings darunter und wird als gering oder örtlich mäßig eingestuft.


