Es ist heiß und es wird noch heißer. Für Mittwoch erwarten die Meteorologen den heißesten Tag des Jahres. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Warnung vor Hitze verlängert, und zwar in Lagen unterhalb von 600 Metern. Die Meteorologen empfehlen unter anderem, die Sonne zu meiden, Anstrengungen zu vermeiden und ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zu sich zu nehmen.

Auch vor der erhöhten UV-Strahlung warnen die Meteorologen für den Norden und Osten Bayerns. Zwischen 11 und 16 Uhr sollte man längere Aufenthalte im Freien vermeiden. Auch im Schatten brauche es Sonnencreme, Sonnenbrille, einen breitkrempigen Hut und am besten lange Kleidung.
In den kommenden Tagen könnte das Thermometer unter dem Einfluss von Hochdruckgebiet Bettina in manchen Regionen des Freistaats sogar auf Höchstwerte von bis zu 39 Grad klettern.


Abkühlung ist jedem bei diesen Temperaturen recht, ob im Freibad, einem Weiher oder schlicht unter dem Gartenschlauch. Doch: Die Wasserwacht zählte allein im Juni mehr als 20 Badetote in Bayern. „Wir sind jetzt bei etwa einem Drittel der Fälle des gesamten Vorjahres“, sagt ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes. „Das ist schon wirklich alarmierend.“

Freizeit in Bayern:Wie man sich beim Baden in See und Fluss richtig verhält
Bei der sommerlichen Hitze versprechen Bayerns Seen und Flüsse eine erholsame Abkühlung. Doch jeden Sommer geraten Schwimmer und Wassersportler in Not oder ertrinken sogar. Wer ein paar Regeln einhält, kann die Erfrischung gefahrlos genießen.
Viele der Rettungseinsätze seien vermeidbar, sagt die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Angelika Schorer, am Wochenende. „Wer baden geht, sollte nicht nur ans Vergnügen denken, sondern auch an die Folgen von Leichtsinn. Jeder kann helfen, indem er Risiken meidet – denn der beste Einsatz ist der, der nicht stattfindet.“ Oft würden die Gefahren bei heißer Luft und kaltem Wasser unterschätzt, ergänzt der BRK-Sprecher.
Auch der Landesvorsitzende der Wasserwacht, Thomas Huber, betont: „Die Wasserwacht ist keine Vollkasko-Versicherung, vieles hat man selbst in der Hand. Daher am besten parallel zum Ufer schwimmen, nie allein schwimmen gehen und eine Boje mit sich führen, an der man sich im Notfall festhalten kann. Kinder sollten nie aus den Augen gelassen werden, auch nicht nach dem Schwimmkurs.“


So schön das heiße, sonnige Wetter für all jene ist, die unter einem schattigen Baum entspannen können oder die Füße in einen See stellen – es bringt auch negative Seiten mit sich. Weite Teile Bayerns leiden unter Dürre. Rund 95 Prozent der Fließgewässer-Messstellen im Freistaat und 56 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen sowie Quellen zeigen derzeit nur noch „niedrige Verhältnisse“ an.


Auch der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums zeigt auf seinen Karten vielerorts dramatische Werte an – so sind etwa weite Teile Frankens, Schwabens, Niederbayerns und Oberbayerns bereits dunkelrot gefärbt. Dies zeigt eine massive Austrocknung der Bodenschichten. „Unsere Böden sind viel zu trocken, das Grundwasser sinkt weiter ab, Erholung ist nicht in Sicht, daran konnte auch der relativ regenreiche vergangene Sommer nichts ändern“, sagt der Vorsitzende des Bund Naturschutz (BN), Richard Mergner.


„Hitzewellen und Dürren durch die Klimakrise sind das neue Normal in Bayern – und der Freistaat ist nur ungenügend darauf vorbereitet. Wir werden in Zukunft massive Wasserknappheit in allen Teilen von Bayern haben, nicht nur im traditionell trockeneren Nordbayern.“
Ursachen für die kritische Wassersituation im Freistaat sind laut BN ein schnelles Ableiten von Wasser durch Drainagen und Flurbereinigung, die Versiegelung oder Verdichtung von Böden sowie die Übernutzung vorhandener Grundwasser- und Oberflächenwasserkörper.

