Wenn Insekten durch den Klimawandel früher aus der Winterruhe gerissen werden, verschlechtert das ihren Start ins Frühjahr. Das zeigt ein Experiment der Universität Würzburg, wie diese am Montag mitteilte. Demnach führen weltweit höhere Temperaturen dazu, dass die Tiere früher erwachen oder schlüpfen. Dann finden sie unter Umständen noch nicht ausreichend Nahrung und verbrennen ihre lebenswichtigen Fettreserven bei höheren Temperaturen schneller. Das könne ihre Fortpflanzung und ihre Überlebenschancen beeinflussen.
Für das Experiment beobachtete ein Team vom Biozentrum der Universität laut Angaben fünf wild lebende Bienen- und Wespenarten aus Bayern, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten schlüpfen. Insgesamt sammelte es fast 15 000 Insekten in Winterruhe aus 160 Regionen im Freistaat und zog sie an der Universität unter kalten, warmen und heißen Frühjahrsbedingungen auf.
„Unsere Daten zeigen, dass Insekten aus kühleren Regionen besonders anfällig für warme Frühjahre sind“, sagte Erstautorin Cristina Ganuza. „Sie verlieren schneller ihre Energiereserven und haben dadurch schlechtere Startbedingungen.“
Die Forscher wollen nun klären, wie genau zusätzliche extreme Hitzetage das Schlüpfen beeinflussen, wie schnell Populationen sich an veränderte Temperaturen anpassen können und welche Folgen die Energiereserven der Insekten für deren Bestäubungsleistung haben.


