Sollte das tatsächlich der letzte Sommer vor dem Untergang des Abendlands und speziell des Freistaats Bayern gewesen sein, so waren die vergangenen Wochen zumindest ein fantastischer Schlussakkord. Jedenfalls fühlte es sich so an, wenn man in den Ferien für ein paar Tage durchs angeblich so bedrohte Land tourte. Die bayerische AfD schlottert ja schon vor Angst, weshalb sie den Zugang zu Waffen erleichtern will, damit sich die Bürger endlich selbst verteidigen können. Und dann schlendert man abends zum Beispiel durchs schwäbische Mindelheim, wo die Menschen in den Cafés sitzen und plaudern. Oder man stellt sich weiter im Norden auf den Stadtplatz von Wemding mit seinen Barockfassaden, die so frisch herausgeputzt aussehen, als seien es Neubauten. Man kann sich auch einfach im niederbayerischen Karpfham in eines der Festzelte setzen und sich vom Rausch und der Lebensgier umtosen lassen, während draußen die Bierleichen vom Rettungsdienst eingesammelt werden.
Bayern vor der LandtagswahlDie bayerische Seele
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Wie tickt Bayern heute eigentlich? Gibt es die weiß-blaue Gelassenheit noch? Und was wird aus der CSU? Einblicke in ein herrliches Land, dem Veränderung droht.
Von Sebastian Beck
