Unfallstatistik Bayern 2025Mehr Tote auf Bayerns Landstraßen

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Ein sogenanntes „Ghost Bike“ erinnert an getötete Radfahrer. Im vergangenen Jahr sind weniger Radfahrer im Straßenverkehr ums Leben gekommen als im Jahr zuvor.
Ein sogenanntes „Ghost Bike“ erinnert an getötete Radfahrer. Im vergangenen Jahr sind weniger Radfahrer im Straßenverkehr ums Leben gekommen als im Jahr zuvor. Sven Hoppe/dpa
  • Die Zahl der Verkehrstoten in Bayern ist im vergangenen Jahr erstmals seit mehreren Jahren auf 507 Menschen gestiegen.
  • Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich auf Landstraßen mit 313 Toten, hauptsächlich durch zu hohe Geschwindigkeit und Handynutzung.
  • Bei Unfällen unter Drogeneinfluss starben 16 Menschen, was einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr entspricht.
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Zum ersten Mal seit mehreren Jahren steigt die Zahl der Toten im Verkehr. Die gute Nachricht: Es sind weniger Radfahrer gestorben.

Von Lena Luisa Jaumann

„Fakt ist: Jeder Verkehrstote ist einer zu viel“, betonte Innenminister Joachim Herrmann am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zur Unfallstatistik für 2025. Die gute Nachricht:  Die Zahl der getöteten Radfahrer ist deutlich gesunken. Problematisch sind allerdings die Landstraßen: Dort ereigneten sich zuletzt die meisten tödlichen Verkehrsunfälle.

Nach mehreren Jahren des Anstiegs ist die Zahl der getöteten Radfahrer im vergangenen Jahr gesunken. Mit 82 Todesfällen liegt sie um zwölf unter dem Wert des Vorjahres. Hierbei zeigt sich weiterhin die Unfallanfälligkeit von Pedelecs im Straßenverkehr: Fast die Hälfte der Verunglückten war mit einem Elektro-Rad unterwegs. Während die Todesfälle weniger wurden, nahm die Gesamtzahl der Radunfälle dennoch leicht zu: Rund 19 800 waren es  2025.

Insgesamt ereigneten sich in Bayern im vergangenen Jahr 387 656  Verkehrsunfälle, mehr als 2024. Laut Herrmann sei dies auch auf die gestiegene Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge zurückzuführen, die nach aktuellem Stand 10,9 Millionen beträgt. Trotz des dichteren Verkehrs auf den Straßen blieb die Zahl der Verletzten auf dem Niveau des Vorjahres (62 419 Personen); die Zahl der Schwerverletzten war mit 8727 Personen so niedrig wie noch nie. Angestiegen ist dagegen erstmals seit mehreren Jahren die Zahl der Verkehrstoten. 507 Menschen starben auf Bayerns Straßen, zwölf Personen mehr als im Vorjahr.

Die Hauptgefahrenzonen bleiben weiterhin die Landstraßen. Mit 313 Verkehrstoten waren dort 16 Opfer mehr zu beklagen als 2024. Die Gründe: zu hohe Geschwindigkeit und Unaufmerksamkeit am Steuer durch Handynutzung. Zum Vergleich: Bei Unfällen auf der Autobahn verloren im vergangenen Jahr trotz des dort höheren Tempos nur 46 Menschen ihr Leben. Herrmann führt dies auch auf bauliche Absicherungen zurück, die den Gegenverkehr von der eigenen Fahrbahn trennen. Ein Blick auf die einzelnen Gruppen von Verkehrsteilnehmern zeigt, dass die Zahl derer, die bei reinen Autounfällen sterben, gestiegen sind. Weniger Tote gab es bei den Fußgängern. Bei den Motorradfahrern und den Unfällen mit Lastwagenbeteiligung blieben die Zahlen hingegen auf dem Niveau des Vorjahres.

Zwei Jahre nach der Legalisierung von Cannabis wiederholte Herrmann seine Kritik. „Die Legalisierung von Cannabis durch die Ampel-Regierung war eine klare Fehlentscheidung mit gravierenden Folgen. Wir sehen heute: Mehr Fahrten unter Cannabis-Einfluss bedeuten erheblich mehr Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer“, bilanzierte Herrmann.

Zwar habe die Zahl der unter Drogeneinfluss verursachten Verkehrsunfälle insgesamt abgenommen, zugleich starben bei diesen Kollisionen jedoch 16 Menschen – was in etwa einer Verdreifachung im Gegensatz zum Vorjahr entspricht. Auch bei der Anzahl an Fahrern, die unter Drogeneinfluss ertappt wurden, gab es ein deutliches Plus von 9,4 Prozent; mehr als die Hälfte davon hatte Cannabis konsumiert. Herrmann forderte: „Die Gesetze müssen im Sinne der Verkehrssicherheit angepasst werden!“

Die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Führerscheinkosten stellen für viele junge Menschen und ihre Familien eine erhebliche finanzielle Belastung dar.
Innenminister Joachim Herrmann

Weitaus häufiger sind Verkehrsunfälle, an denen alkoholisierte Fahrer beteiligt sind. Sie stiegen leicht an auf 4857 Fälle. 30 Menschen starben dabei.

Der Innenminister sprach auch die geplante Reform der Fahrschulausbildung an, die den Führerschein günstiger machen soll.  Herrmann räumte ein: „Die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Führerscheinkosten stellen für viele junge Menschen und ihre Familien eine erhebliche finanzielle Belastung dar.“ Doch er betonte, dass eine solche Reform nicht zulasten der Ausbildungsqualität und der Prüfungsanforderungen gehen dürfe. „Die Erfolge der Straßenverkehrssicherheit dürfen dadurch nicht zunichtegemacht werden“, so Herrmann. Tatsächlich sank auch in diesem Jahr die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung junger Erwachsener im Alter von 18 bis 24 Jahren auf 10 492.

Der Minister kündigte an, dass die Polizei heuer verstärkt gegen Temposünder vorgehen und mehr Geschwindigkeitskontrollen vornehmen werde – und vor allem die Sicherheit auf den Landstraßen in den Fokus nehmen werde. Auch der Schwerverkehr stehe erneut im Mittelpunkt der Kontrollen. Ein besonderes Auge werden die Beamtinnen und Beamten auch auf die Fahrtüchtigkeit der Fahrzeugführer haben und besonders auf den Einfluss von Alkohol, Cannabis und anderen Drogen achten.

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