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Unfälle in Bayern:US-Kampfhubschrauber durchtrennt Hochspannungsleitung

Inzwischen ist die A 7 bei Windsbach wieder in beiden Richtungen befahrbar. Auch die A 3 bei Passau war nach einem Unfall blockiert. Auf der A 8 verunglückte ein Motorradfahrer tödlich.

Wegen Unfällen sind in Bayern am Mittwochmorgen gleich zwei Autobahnen gesperrt worden. An der A 7 muss eine Stromleitung repariert werden, die ein Militärhubschrauber beschädigt hat. Auf der A 3 wurden bei einem Auffahrunfall am Mittwochmorgen drei Menschen in ihrem Auto eingeklemmt, ein 48-Jähriger starb. Und am Dienstagabend verunglückte ein Motorradfahrer auf der A 8 bei einem Sturz tödlich.

Hubschrauber fliegt in Hochspannungsleitung: A 7 gesperrt

Die A 7 in Mittelfranken war zwischen Rothenburg ob der Tauber und Windsheim von Dienstagabend bis Mittwochmittag in beiden Fahrrichtungen gesperrt. Der Grund: Ein US-Militärhubschrauber hatte am Dienstagabend gegen 20.45 Uhr eine Stromleitung durchtrennt, die in unmittelbarer Nähe zur Autobahn verläuft. Daraufhin sei ein Mast umgekippt, ein weiterer beschädigt worden. Einen Stromausfall habe es in der Region jedoch nicht gegeben, nur einen Spannungseinbruch von wenigen Millisekunden, teilte der regionale Energieversorger N-ergie mit. "Die Kunden haben so gut wie keine Unterbrechung gemerkt", sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Freileitung wurde von der Main-Donau Netzgesellschaft und einer Expertenfirma gesichert. Seit zwölf Uhr mittags ist die Autobahn wieder freigegeben.

Die Crew des Apache-Helikopters blieb bei dem Unfall offenbar unverletzt. Nach der Kollision landete der Hubschrauber sicher auf einer Wiese in der Nähe, anschließend riegelte die US-Militärpolizei das Gebiet um die Unfallstelle ab. Bilder aus der Nacht zeigen den Helikopter und offenbar die Crew vor der Maschine.

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Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, ist bislang unklar. Das zuständige Polizeipräsidium Mittelfranken beantwortet zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Fragen zum Unfallhergang. "Die Pressehoheit in dieser Sache liegt gegenwärtig bei der US-Army", sagte Janine Mendel vom Polizeipräsidium Mittelfranken. Dies sei ein Standardvorgehen in Angelegenheiten, bei denen Fahr- und Flugzeuge des US-Militärs involviert seien. Im nahe gelegenen Ansbach betreibt die US Army einen Stützpunkt mit rund 3000 Soldaten, mehr als 100 Helikopter sind dort stationiert.

Da aufgrund einer Baustelle auch eine wichtige Ausweichstrecke über eine Staatsstraße derzeit gesperrt ist, kam es in dem Gebiet zu massiven Verkehrsbehinderungen.

Sperrung auf der A 3 nach Kleintransporterunfall

Auf der A 3 nordwestlich von Passau fuhr laut Polizei am Morgen ein Kleintransporter auf einen Lastwagen auf, nachdem er ein anderes Fahrzeug überholt hatte. Alle drei Insassen wurden eingeklemmt. Der 48-jährige Beifahrer starb, ein 23-jähriger Mitfahrer wurde schwer verletzt und in eine Klinik gebracht. Der 22-jährige Fahrer des Autos blieb unverletzt. Die Autobahn 3 wurde laut Polizei zwischen den Anschlussstellen Passau-Nord und Aicha vorm Wald in Fahrtrichtung Deggendorf für etwa vier Stunden gesperrt. Der Unfall ereignete sich gegen Viertel nach sechs Uhr am Mittwochmorgen, die Sperrung wurde um 10.15 Uhr wieder aufgehoben.

Lastwagen blockieren auf der A 8 die Rettungsgasse

Tödlich verunglückt ist am Dienstagabend ein Motorradfahrer auf der Autobahn 8 südlich von München. Der 58-Jährige sei aus bisher unbekanntem Grund gestürzt und noch am Unfallort gestorben, teilte die Polizei am Mittwochmorgen mit, man habe ihn nicht wiederbeleben können. Drei Fahrzeuge seien nach dem Unfall gegen das Motorrad und über Trümmerteile gefahren und dabei "erheblich beschädigt" worden. Die Autobahn war zwischen Holzkirchen und Hofoldinger Forst in Fahrtrichtung München von etwa 20 Uhr bis nach 23 Uhr komplett gesperrt.

Die Bergungsarbeiten zogen sich laut Polizei in die Länge, weil die Bildung der Rettungsgasse nur anfangs funktionierte. So konnten die Einsatzfahrzeuge teilweise nur in Schrittgeschwindigkeit zur Unfallstelle vordringen oder mussten warten, bis Fahrzeuge, die die Gasse blockierten, rangiert hatten. Grund waren Fahrzeuge mit schwerer Fracht, die auf dem mittleren Fahrstreifen standen und nur schwer ausweichen konnten, wie die Polizei mitteilte. Als "besonders dreist" bezeichnete sie das Verhalten eines Motorradfahrers aus Niedersachsen, der einem Polizeiauto durch die Rettungsgasse hindurch folgte.

© SZ.de/kast/pvn/mmo
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