Bayerischer Verdienstorden 2026Weiß-blaue Auszeichnung für besonderes Engagement

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Bei der diesjährigen Verleihung des Bayerischen Verdienstordens gehörten zu den Geehrten auch Kabarettist Bruno Jonas, Schauspielerin  Brigitte Hobmeier und Filmproduzent Oliver Berben (von links).
Bei der diesjährigen Verleihung des Bayerischen Verdienstordens gehörten zu den Geehrten auch Kabarettist Bruno Jonas, Schauspielerin  Brigitte Hobmeier und Filmproduzent Oliver Berben (von links). Foto: Robert Haas

Ministerpräsident Markus Söder ehrt einmal im Jahr Bürgerinnen und Bürger mit dem Bayerischen Verdienstorden, diesmal sind es 68 Frauen und Männer: Darunter sind Prominente und Menschen, die im Stillen wirken.

Von Anna Hofstetter

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Die Einladung zur Verleihung des Bayerischen Verdienstordens ließ Annemarie Finkel aus Dinkelscherben erst einmal zweieinhalb Wochen zu Hause liegen. „Ich dachte, das ist fake“, sagt Finkel. Sie sei so überrascht gewesen, dass sie es gar nicht hatte glauben können. An diesem Freitag wurde die Auszeichnung Realität:  Markus Söder zeichnet 68 Menschen mit dem Bayerischen Verdienstorden für ihren besonderen Einsatz aus. Finkel erhält den Orden für ihre mehr als 40-jährige Tätigkeit im Ehrenamt beim Bayerischen Roten Kreuz. Sie selbst sieht ihr Engagement als selbstverständlich. „Das ist meine Aufgabe als Mensch.“

Gerade das zu ehren, was oft selbstverständlich scheint, es aber durchaus nicht ist, darum ging es im Antiquarium der Münchner Residenz. Seit 1957 wird der Bayerische Verdienstorden laut Gesetz für „hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk“ verliehen. Einzig der Ministerpräsident erhält die Auszeichnung zu Amtsbeginn automatisch. Besonders ist, dass die Zahl der lebenden Ordensträger auf 2000 begrenzt ist. „Man kann ihn nicht kaufen, man kann ihn nicht erben, man muss ihn sich verdienen“, sagte Markus Söder, der den Verdienstorden samt Urkunde überreichte.

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Die Ordensträger reihen sich nun ein in die Riege bekannter Persönlichkeiten wie Angela Merkel, Charles de Gaulle oder Konrad Adenauer. So jetzt auch Ismail Baloğlu: Der Nürnberger Orthopäde ist bereits Träger des Bundesverdienstkreuzes, der Bayerischen Staatsmedaille sowie der Bürgermedaille. Trotzdem sei dieser Tag für ihn ganz besonders. Mit 24 Jahren kam Baloğlu aus der Türkei nach Deutschland, mittlerweile lebt er seit fast 50 Jahren hier. „Mein Herz schlägt für die deutsch-türkische Freundschaft“, sagt der Nürnberger. Seit vielen Jahren baue er Netzwerke zwischen Deutschland und der Türkei auf, unter anderem bei Städtepartnerschaften.

Ismail Baloğlu sagt von sich: „Mein Herz schlägt für die deutsch-türkische Freundschaft.“
Ismail Baloğlu sagt von sich: „Mein Herz schlägt für die deutsch-türkische Freundschaft.“ Foto: Robert Haas

Besonders laut war der Applaus für diejenigen, die Angehörige über lange Zeit pflegen und sich für sie einsetzen. Wie Jana Richter aus München, die ihren an ALS erkrankten Ehemann über Jahre hinweg pflegte. Heute ist sie Vorsitzende und Sozialberaterin des Vereins „ALS-Hilfe Bayern“ und bietet Beratung und Begleitung für Betroffene und deren Angehörige. Über die Auszeichnung habe sie sich riesig gefreut. Der Orden sei die Bestätigung, dass ihre Arbeit wichtig und sinnvoll ist. „Im Vorstand sitzen einige, die selbst von ALS betroffen sind und die sich besonders über den Orden gefreut haben.“

Jana Richter hat über Jahre hinweg ihren an ALS erkrankten Ehemann gepflegt.
Jana Richter hat über Jahre hinweg ihren an ALS erkrankten Ehemann gepflegt. Foto: Robert Haas

Zu den Ordensträgerinnen gehört nun auch Susanne Hermanski, langjährige SZ-Redakteurin im Ressort München-Region-Bayern sowie von SZ Extra der Süddeutschen Zeitung, als prägende Stimme der Kulturberichterstattung im Freistaat Bayern. „Die herausragende Journalistin verbindet fundierte Analyse mit einem feinen Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen und macht kulturelle Themen einem großen Publikum zugänglich“, hieß es in der Laudatio.

In der Laudatio für SZ-Redakteurin Susanne Hermanski hieß es unter anderem, sie verbinde „fundierte Analyse mit einem feinen Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen“.
In der Laudatio für SZ-Redakteurin Susanne Hermanski hieß es unter anderem, sie verbinde „fundierte Analyse mit einem feinen Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen“. Foto: Robert Haas

Verschiedene Persönlichkeiten aus Politik, Sport und Kultur wurden durch den Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Ob berühmt oder nicht, alle Ordensträger seien gleich bedeutend, betonte Söder. „Sie alle machen Bayern stark, sie machen es besonders liebens- und lebenswert.“

Der bekannte Büttenredner Peter Kuhn, der den Orden schon mal umlegte, wurde als „hervorragender Repräsentant des fränkischen Humors und der Fastnachtskultur“ geehrt.
Der bekannte Büttenredner Peter Kuhn, der den Orden schon mal umlegte, wurde als „hervorragender Repräsentant des fränkischen Humors und der Fastnachtskultur“ geehrt. Foto: Robert Haas

Neben Bundesministerin Dorothee Bär waren auch Torhüter-Legende Oliver Kahn und Extremkletterer Thomas Huber unter den prominenten Ordensträgern. Der bekannte Büttenredner Peter Kuhn erhielt die Ehrenauszeichnung, laut Laudatio als „hervorragender Repräsentant des fränkischen Humors und der Fastnachtskultur“. Für Kuhn gehört dieser Tag vor allem den vielen Ehrenamtlichen. „Ich bekomme schon Applaus auf der Bühne. Die Leute, die pflegen und im Hintergrund wirken, sind für mich heute die wahren Helden“, so Kuhn.

Ins Antiquarium der Residenz kam auch der ehemalige Nationaltorhüter Oliver Kahn zu Markus Söder...
Ins Antiquarium der Residenz kam auch der ehemalige Nationaltorhüter Oliver Kahn zu Markus Söder... Foto: Robert Haas
... und auch Extremkletterer Thomas Huber.
... und auch Extremkletterer Thomas Huber. Foto: Robert Haas

An sich kann jedermann Anregungen zur Verleihung des Ordens bei den Kreisverwaltungsbehörden, den bayerischen Staatsministerien und der Staatskanzlei einreichen. Zu beachten ist, dass keine Orden posthum verliehen werden, und die alleinige Erfüllung der Berufspflicht nicht reicht, um sich für den Verdienstorden zu qualifizieren. Wer den Orden erhält, entscheidet schlussendlich der Ministerpräsident. Dieser – sowie die Staatsminister für ihre jeweiligen Bereiche – können Vorschläge für den Orden machen, die von einem Ordensbeirat geprüft und mit Empfehlungen dem Ministerpräsidenten vorgelegt werden.

Neben dem weiß-blauen Ordenskreuz und einer Urkunde erhalten die Ordensträger besondere Privilegien: freier Eintritt in alle staatlichen Schlösser und Museen sowie lebenslang kostenfreie Fahrten über den Ammersee, Königssee, Starnberger See und den Tegernsee.

Schwester Rosa Maria Dick will mit ihren Mitschwestern den Orden feiern.
Schwester Rosa Maria Dick will mit ihren Mitschwestern den Orden feiern. Foto: Robert Haas

Schwester Rosa Maria Dick wurde für ihre Tätigkeit als Generaloberin und Leiterin vieler sozialer Einrichtungen ausgezeichnet und ganz besonders für ihre Umsicht, Integrität und Führungsstärke. Die Auszeichnung nehme sie stellvertretend für den gesamten Orden entgegen, sagt Dick. Und weil es ein gemeinschaftliches Verdienst ist, werde auch gemeinsam gefeiert. Für die 110 Schwestern soll es noch ein kleines Fest geben. „Mit einem Becher Eis für jeden“, sagt Dick.

1. Gruppe: Heimat, Brauchtum & Kulturerbe:

Erika Eichenseer, Regensburg; Jürgen Kirner, München; Peter Kuhn, Niederwerrn; Ortwin Schuster, Schondorf am Ammersee; Karl Wiedemann, Miesbach

2. Gruppe: Glaube, Integration & Gemeinsinn:

Kunigunde Ammer, Mamming; Ismail Baloğlu, Nürnberg; Schwester Rosa Maria Dick, München; Annemarie Finkel, Dinkelscherben; Jo-Achim Hamburger, Nürnberg; Elisabeth Hann von Weyhern, Nürnberg; Harry Kimmich, Stockstadt am Main; Helga Maria König, München

3. Gruppe: Soziales, Inklusion, Hilfeleistung & Umwelt:

Jutta Maier, Memmingen; Bianca Reichl, Langquaid; Jana Richter, München; Konstanze Riedmüller, Pullach; Magdalena Roßbach, Höchberg; Heinrich Scharf, Amberg; Lydia Staltner, München; Hubert Weiger, Fürth

4. Gruppe: Kunst, Kultur & Unterhaltung:

Willy Astor, Schäftlarn; Oliver Berben, München; Susanne Hermanski, München; Brigitte Hobmeier, München; Bruno Jonas, München; Heidi Kranz, München; Lilo Kraus, Nürnberg; Mark Mast, Starnberg; Brigitte Schad, Aschaffenburg; Stefan Zauner, Töging am Inn

5. Gruppe: Staat, Politik & Kommune:

Dorothee Bär, Ebelsbach; Ekin Deligöz, Senden; Jürgen Dupper, Passau; Sabine Jarothe, Olching; Michaela Kaniber, Bayerisch Gmain; Josef Niedermaier, Bad Tölz; Markus Pannermayr, Straubing; Kerstin Schreyer, Unterhaching; Anna Stolz, Arnstein

6. Gruppe: Sport, Bewegung & sportliches Ehrenamt:

Denise Herrmann-Wick, Ruhpolding; Thomas Huber, Berchtesgaden; Oliver Kahn, Grünwald; Christian Kühn, Olching; Johannes Lochner, Schönau am Königssee; Tina Rupprecht, Friedberg; Gaby Sennebogen, Straubing; Barbara Wilfurth, Regensburg

7. Gruppe: Wissenschaft, Forschung & Hochschule:

Josef Aschbacher, Paris; Eva-Maria Kern, München; Heinrich Köster, Stephanskirchen; Ursula Münch, München

8. Gruppe: Mittelstand, Kammern & regionale Wirtschaft:

Alexander Fackelmann, Rückersdorf; Thomas Förster, Roth; Elmar Forster, Parsberg; Hermann Greif, Pinzberg; Rita Högl, Volkenschwand; Heidemarie Huber-Kamm, Erding; Markus Meindl, Laufen; Andrea Thoma-Böck, Osterberg; Caroline Trips, Schweinfurt

9. Gruppe: Wirtschaft, Arbeit & Spitzenverbände:

Ulrich Reuter, Kleinostheim; Klaus-Peter Röhler, München; Maximilian Schöberl, München; Wolfgang Schubert-Raab, Ebensfeld; Carsten Spohr, München; Bernhard Stiedl, München; Gerhard Wipijewski, Lindau

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