Machtkampf im SozialverbandVdK-Vorstand will Chefin Bentele stürzen

Lesezeit: 2 Min.

Verena Bentele führt den Sozialverband VdK Deutschland und den Landesverband in Bayern.
Verena Bentele führt den Sozialverband VdK Deutschland und den Landesverband in Bayern. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
  • Acht von zehn Vorstandsmitgliedern des VdK Bayern wollen die Abberufung von Vorsitzender Verena Bentele und Schatzmeister Konrad Gritschneder einleiten.
  • Bentele wird vorgeworfen, den VdK zu einem Zentralverband unter ihrer Führung umstrukturieren zu wollen.
  • Bentele weist alle Vorwürfe zurück und bestreitet die Zuständigkeit des Landesausschusses für eine Abberufung.
Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

In bayerischen VdK-Landesverband eskaliert ein offenbar länger schwelender Streit. Die prominente Vorsitzende weist alle Vorwürfe zurück.

SZ bei Google bevorzugen

Im Sozialverband VdK Bayern ist ein Machtkampf entbrannt, der Vorstand will die Vorsitzende Verena Bentele stürzen. Der übrige Landesvorstand habe den Landesausschuss gebeten, ein Verfahren zur Abberufung Benteles und des Schatzmeisters Konrad Gritschneder aus dem Landesvorstand einzuleiten, bestätigte der stellvertretende Landesvorsitzende Hermann Imhof der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatte die Frankenpost über die Zuspitzung des offenbar schon länger schwelenden Konflikts berichtet.

Der Landesausschuss als Beschluss- und Kontrollgremium soll nach dem Willen von acht der zehn Vorstandsmitglieder nun ein Abberufungsverfahren einleiten. „Anlass hierfür sind die bestehenden Entwicklungen und Differenzen, die nach dem ergebnislosen Verlauf intensiver Gespräche über alternativen Lösungsansätze eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im bisherigen Rahmen nicht mehr zulassen“, erläuterte Imhof. Es gehe um die Art und Weise, wie das Amt eines Vorstands zu führen sei und wie der Landesverband in Zukunft aufgestellt sein solle.

Bentele ist bereits seit 2018 Präsidentin des VdK Deutschlands und seit 2023 auch Vorsitzende des VdK Bayern – der mit seinen rund 850 000 Mitgliedern wiederum der größte Landesverband des VdK ist. In einem internen Schreiben, das der Frankenpost vorliegt und aus Verbandskreisen bestätigt wird, wird Bentele vorgeworfen, den VdK zu einem Zentralverband unter ihrer Führung umstrukturieren zu wollen.

Hinzu kämen weitere gewichtige Unstimmigkeiten. Aus dem Verband ist zudem zu hören, dass eine von Bentele ohne Wissen des Vorstands verantwortete Freistellung eines Mitarbeiters dazu geführt habe, dass das Gremium sich hintergangen fühlte. Darüber hinaus scheint kein Einvernehmen zum Verhältnis von Hauptamt zu Ehrenamt zu herrschen, das im VdK traditionell einen großen Stellenwert hat.

Als Reaktion auf die öffentlich gemachten Vorwürfe meldete sich auch Bentele zu Wort. Sie habe 2023 auf ausdrücklichen Wunsch des Vorstands für den Vorsitz in Bayern kandidiert. Ihr Ziel sei es von Beginn an gewesen, den Verband stärker in der Öffentlichkeit zu positionieren und seine sozialpolitische Wirkung für die Vertretung der Interessen der Mitglieder auszubauen. Dabei habe für sie ein moderner Führungsansatz im Mittelpunkt gestanden, der der Größe und Verantwortung des Verbandes gerecht werde.

„Die Führung eines Verbandes dieser Größenordnung kann nicht nebenbei ehrenamtlich erfolgen“, betonte Bentele. In einer zweiten Stellungnahme am Montag ergänzte sie zudem: „Die Behauptung, ich wolle einen Zentralverband schaffen, ist frei erfunden.“

Die ehemalige Spitzensportlerin wies auch Vorwürfe zu Personalentscheidungen, angeblichem Druck auf Mitarbeitende sowie einer eigenmächtigen Umgestaltung von Zuständigkeiten zurück: Entscheidungen seien stets im Rahmen der satzungsgemäßen Gremienstrukturen erfolgt und gemeinsam abgestimmt worden. Auch der Vorwurf, sie habe Führungsstrukturen ohne Beschlusslage verändert oder Personalkompetenzen an sich gezogen, sei unzutreffend.

Bentele bedauerte, dass der Konflikt nun an die Öffentlichkeit getragen worden sei. Zugleich wies sie die Zuständigkeit des Landesausschusses für eine etwaige Abberufung zurück. „Ich wurde von den Delegierten des Landesverbandstages gewählt. Deshalb können auch nur diese darüber entscheiden, ob sie mir weiterhin ihr Vertrauen schenken“, betonte Bentele.

Der Sozialverband VdK versteht sich als Anwalt sozial benachteiligter Menschen und kämpft für soziale Gerechtigkeit. Er sieht sich als Lobby für Rentner, Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke und Pflegebedürftige sowie Familien, ältere Arbeitnehmer und Arbeitslose. Mit bundesweit über 2,3 Millionen Mitgliedern ist der VdK der größte Sozialverband Deutschlands.

© SZ/DPA - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Demenz-WG in Oberasbach
:Eine Oase inmitten des Vergessens

In Oberasbach haben Angehörige für ihre demenzkranken Eltern einen Ort geschaffen, an dem diese selbstbestimmt und würdevoll leben können. Doch nun droht dem Projekt das Aus.

Von Anna Hofstetter

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: