Süddeutsche Zeitung

Überschwemmungen:Wetterdienst warnt vor weiteren Unwettern in Bayern - Sturzfluten möglich

Noch sind nicht alle Schäden durch Hochwasser und Überflutungen im Freistaat aufgeräumt, da gibt es bereits neue Warnungen: Das erwartet der Wetterdienst für den Abend und die Nacht.

Noch sind nicht alle Schäden durch Hochwasser und Überflutungen in Bayern aufgeräumt, da könnten schon wieder die nächsten Unwetter drohen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet von Dienstagspätnachmittag bis in die Nacht zum Mittwoch vermehrt Schauer und Gewitter - mancherorts mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Überschwemmungen und extreme Sturzfluten sind nach Angaben des bayerischen Hochwasserdienstes nicht ausgeschlossen.

Vor allem in den Alpen, dem südlichen Alpenvorland und im Bayerwald könnten demnach stellenweise bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit runterkommen, so der DWD. Örtlich seien auch Hagelkörner bis zu drei Zentimeter Durchmesser und Sturmböen bis zu 90 Stundenkilometern möglich. Nach einer kurzen Entspannung steige ab Mittwochnachmittag vor allem in den Alpen, dem südlichen Alpenvorland und dem Bayerischen Wald wieder das Gewitter-Risiko, warnen die Meteorologen.

In Südbayern hatte starker Regen bereits am Montagabend für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller gesorgt. Teilweise stand das Wasser auf den Straßen bis zur Motorhaube der Autos. Allein im Landkreis Rosenheim zählte der Krisenstab 340 Einsätze, an denen mehr als 1000 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst sowie Berg- und Wasserwacht beteiligt waren. Bäume blockierten zwischenzeitlich die Bahnstrecke von München nach Salzburg. In der Nacht konnte die Sperrung aber wieder aufgehoben werden.

Im Bruckmühler Ortsteil Götting waren am frühen Dienstagmorgen noch etwa 250 Kräfte mit Hochleistungspumpen im Einsatz, um Wasser aus dem übervollen Goldbach zu pumpen. Der Landkreis hatte am Montagabend Unwetteralarm ausgelöst, nachdem örtlich über 50 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren. Im Allgäu musste die Feuerwehr nach heftigen Schauern rund 90 Mal ausrücken. Betroffen war vor allem die Region um Rettenberg und Sonthofen. "Die vielen kleinen Bäche sind angeschwollen und über die Ufer getreten", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Kempten. Straßen seien überschwemmt und beschädigt worden. Auch am Dienstag liefen noch die Aufräumarbeiten.

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SZ vom 28.07.2021 / dpa/mmo
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