Unwetter in Bayern:Hunderte Einsätze und mehrere Verletzte

Lesezeit: 2 min

Unwetter in Bayern: undefined
(Foto: Haubner/vifogra/dpa)

Beim Einsturz einer Holzhütte im mittelfränkischen Spalt wurden 14 Menschen verletzt, darunter auch mehrere Kinder. Starker Regen und Sturmböen führten zu vollgelaufenen Kellen und Einschränkungen im Bahnverkehr.

Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer und Straßensperrungen: Das Unwetter vom Freitagabend hat in Franken Hunderte Feuerwehreinsätze ausgelöst. In Mittelfranken stürzte eine Holzhütte ein, gut ein Dutzend Menschen wurden verletzt. Im restlichen Bayern gingen die Gewitter glimpflicher aus, wie die Einsatzzentralen am Samstag mitteilten.

14 Menschen, darunter auch mehrere Kinder, wurden demnach beim Einsturz der Holzhütte in Spalt nahe dem Großen Brombachsee verletzt. Eine 37-Jährige wurde schwer verletzt in eine Klinik gebracht, ein Kind mit einem Hubschrauber ebenfalls ins Krankenhaus geflogen. Der Polizeisprecherin zufolge hatten angesichts des in Bayern aufziehenden Unwetters offenbar mehrere Urlauber in der rund 105 Quadratmeter großen Hütte Schutz gesucht. Aus ungeklärter Ursache sei diese dann zur Seite gekippt und in sich zusammengefallen.

Messungen des Münchner Blitzortungsunternehmen nowcast haben ergeben, dass die heftigen Gewitter am Freitag für den blitzreichsten Tag seit fast zwei Jahren gesorgt haben. Die meisten Blitze habe es entlang einer kräftigen Gewitterlinie im Norden Bayerns gegeben. An dieser traten gebietsweise Sturmböen auf, in Nürnberg wurden schwere Sturmböen von bis zu 96 km/h gemessen, östlich der Stadt in Hersbruck gar orkanartige Sturmböen von 115 km/h. Insgesamt gab es am Freitag 336 223 Blitzentladungen in Deutschland, allein in Bayern seien es über 154 000 gewesen.

In Franken rückten die Feuerwehren zu Hunderten Einsätzen aus. Allein die Integrierte Leitstelle Nürnberg meldete mehr als 400 Unwettereinsätze in Nürnberg, Fürth und Erlangen sowie in den Landkreisen Nürnberger Land, Fürth und Erlangen-Höchstadt. Starker Regen und Sturmböen führten vor allem zu vollgelaufenen Kellen, Bäume stürzten um und Dächer wurden beschädigt. Eine Bahnstrecke zwischen Neuhaus und Hersbruck wurde gesperrt, weil Bäume die Gleise blockierten. In Nürnberg-Wetzendorf fielen Bäume in eine Stromleitung. Die Aufräumarbeiten liefen auch am Samstag noch.

Über den Landkreis Bayreuth zog am Freitagabend ein "kurzer, aber heftiger Sturm", wie die Integrierte Leitstelle Bayreuth/Kulmbach am Samstag meldete. Die Feuerwehr wurde innerhalb von zwei Stunden über 60 Mal alarmiert. Auch hier hatte die Feuerwehr vor allem mit abgedeckten Dächern und etwa 50 umgestürzten Bäumen zu tun. Menschen wurden nicht verletzt.

Auch in Oberfranken und der Oberpfalz rückten die Einsatzkräfte fast 100 Mal zu Einsätzen aus. Dabei ging es eher um kleinere Sachschäden wegen umgestürzter Verkehrsschilder und Bäume, so die Sprecher der Einsatzzentralen. In Wunsiedel deckte der Sturm das Dach einer Brauerei ab, wie die Polizei mitteilte. Dagegen blieben in Südbayern Unwetterschäden weitestgehend aus.

Nach dem Unwetter soll das Wochenende zunächst wieder sonnig werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sieht für Bayern in den kommenden 24 Stunden keine Warnungen vor. Stattdessen rechnet er am Wochenende mit viel Sonnenschein in den meisten Teilen des Freistaats und teilweise bewölktem Himmel in Franken. Der DWD erwartet Temperaturen von 19 Grad am Frankenwald bis zu 26 Grad im Raum Regensburg, regnen soll es nur vereinzelt.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusMaskenaffäre
:Anrufe im Badezimmer, Mails bis Mitternacht

Eine Mitarbeiterin des bayerischen Gesundheitsministeriums berichtet im Landtag vom Behördenalltag im Corona-Ausnahmezustand. Während die Beamten Tag und Nacht arbeiteten, bereicherten sich andere an Maskengeschäften.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB