Unwetter in Bayern:Abgedeckte Dächer und Überflutungen

Unwetter im Landkreis Rosenheim

Der Kirchturm in Halfing wurde durch das Unwetter so schwer beschädigt, dass Experten prüfen, ob er einstürzen könnte.

(Foto: dpa)

Der Alpenrand hat wieder mit Gewittern zu kämpfen - besonders die Gemeinde Halfing bei Rosenheim ist betroffen: Der Kirchturm schien sogar einsturzgefährdet.

Das Wetter in Bayern bleibt instabil, und wieder traf es wie am Montagabend schon den Landkreis Rosenheim: Am Mittag gegen 13 Uhr zog ein Unwetter über die Region. Vor allem im Bereich der Gemeinde Halfing und Umgebung mussten Helfer ausrücken, die örtliche Einsatzleitung hat nach dem Katastrophenschutzgesetz die Koordinierung übernommen.

In Halfing wurden durch den orkanartigen Sturm die Dächer mehrerer Gebäude abgedeckt. Auch der Kirchturm wurde stark beschädigt und musste darauf überprüft werden, ob er einstürzen könnte.

Der Bereich um die Kirche wurde in einem Radius von 150 Metern geräumt. Davon betroffen waren Wohnhäuser sowie ein Hotelbetrieb mit etwa 50 Personen. Auch ein Kindergarten wurde evakuiert, die Ortsdurchfahrt gesperrt. Nach der ersten Beurteilung durch einen Statiker musste aufgrund der besonderen Bauweise des Kirchturms ein Fachstatiker hinzugezogen werden, um den Zustand des Turmes zu beurteilen, teilte eine Sprecherin des Landratsamts Rosenheim mit.

Der Experte begutachtete von einem bis zu 50 Meter hohen Arm eines Hubleiterfahrzeugs der Münchner Feuerwehr aus die Turmmauern von außen - dann konnte der Statiker Entwarnung geben, zumindest teilweise: Der Turm an sich ist nicht einsturzgefährdet, seine Spitze wurde inzwischen von innen gesichert. Aber die Zinnen an den vier Seiten unterhalb der Spitze könnten abstürzen: Sie werden über Nacht abgetragen. Die evakuierten Bürger durften zwar wieder nach Hause, Teil des Orts blieben aber gesperrt.

Wie in Halfing liefen auch in Amerang zahlreiche Keller voll, sie wurden bereits ausgepumpt. Die Straße von Amerang in Richtung Obing war kurzzeitig wegen umgefallener Bäume gesperrt, ist aber wieder passierbar.

In Höslwang wurden die Dächer dreier Wohnhäuser und eines Bauerhofes beschädigt. Die Straße zwischen Sonnering und Höslwang musste gesperrt werden. Außerdem liege eine Stromleitung auf einer Länge von etwa 150 Metern am Boden. Ein Vertreter des Energieversorgers wurde bereits angefordert, so das Landratsamt. Auch aus Söchtenau sind zahlreiche Notrufe eingegangen. Genaue Informationen über die Schäden waren hier noch nicht bekannt.

Aufgrund des lokal begrenzten, aber sehr heftigen Sturms könnten in den Gemeinden Halfing, Amerang, Höslwang und Söchtenau weiterhin Bäume umstürzen oder Gebäudeteile herabfallen. "Vermeiden Sie unter allen Umständen den Aufenthalt im Freien, Autofahrten und Spaziergänge", warnte eine Sprecherin des Rosenheimer Landratsamt.

Schäden auch im Landkreis Traunstein

Auch im benachbarten Landkreis Traunstein stürzten wegen des Unwetters Bäume um, Straßen wurden überflutet und mehrere Keller standen unter Wasser. Nach Angaben der Integrierten Leitstelle Traunstein gingen bis Mittwochnachmittag etwa 180 Notrufe wegen des Unwetters ein. Besonders betroffen war demnach die Gemeinde Obing mit mehr als 80 Einsätzen. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.

"Wir hatten eine sehr kurze, intensive Notruflage von etwa einer Dreiviertelstunde", sagte der Geschäftsführer der Integrierten Leitstelle Traunstein, Josef Gschwendner, am Mittwochnachmittag. "Hier wird noch fleißig gearbeitet, aber es kommt nichts mehr hinzu."

Der Deutsche Wetterdienst rechnete zumindest in der Nacht auf Donnerstag mit einer Wetterberuhigung. Im Süden des Freistaats könnte es in den kommenden Tagen aber weiter zu schauerartigen Regenfällen kommen.

© SZ/dpa/kbl, kaeb, van
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