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"Bayerntrend":Absolute Umfrage-Mehrheit für die CSU

Sitzung des bayerischen Kabinetts

72 Prozent der Wahlberechtigten stellen Ministerpräsident Markus Söder (rechts) ein positives Zeugnis aus. Kultusminister Michael Piazolo (links) hingegen bekommt von 83 Prozent ein schlechtes Zeugnis verpasst.

(Foto: dpa)

Die Partei von Markus Söder käme aktuell auf 48 Prozent. Mehr als die Hälfte der Bürger im Freistaat finden auch die neuen Corona-Maßnahmen angemessen. Nur Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) schneidet desaströs ab.

Von Johann Osel

Die CSU und ihr Ministerpräsident Markus Söder haben derzeit weiterhin Aussicht auf eine absolute Mehrheit. Wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl wäre, käme die Partei auf 48 Prozent. Das zeigt der neue "Bayerntrend", die repräsentative Umfrage im Auftrag des BR-Politikmagazins "Kontrovers". Der Koalitionspartner Freie Wähler erreicht demnach acht Prozent (plus eins). Die Grünen würden mit 19 Prozent die zweitstärkste Kraft, wenngleich unter Verlust von zwei Prozentpunkten. Ebenfalls schwächer schneiden in der von Infratest Dimap erhobenen Umfrage AfD und SPD mit jeweils sieben Prozent ab (beide minus eins). Die FDP wäre mit drei Prozent nicht mehr im Landtag.

Erwartungsgemäß treibt die Pandemie die Menschen in Bayern um, sie prägt laut Studienmachern "erkennbar die Problemsicht der Bürger". Für mehr als jeden zweiten Wahlberechtigten (56 Prozent) stellt die Corona-Eindämmung zu Jahresbeginn die mit Abstand größte Herausforderung für die Politik dar. Trotz wiederholt verordneter Einschränkungen des Alltags hat die Krisenpolitik im Grundsatz nach wie vor starke Rückendeckung.

Die unlängst von Bund und Ländern verschärften Regeln sehen 56 Prozent der Bürger im Freistaat als angemessen an. Weitere zwölf Prozent plädieren sogar für schärfere Maßnahmen. Dem stehen 31 Prozent der Bürger gegenüber, denen der aktuelle Lockdown zu weit geht. Das Lager der Kritiker und Skeptiker ist bei Anhängern der CSU am geringsten ausgeprägt: 15 Prozent. Unter grünen Wählern hadert jeder Fünfte mit den Maßnahmen, bei der SPD jeder Vierte. Deutlichere Ablehnung zeigt sich bei Anhängern der FW (36 Prozent) und vor allem der AfD (84).

Konkret mit dem Krisenmanagement der Staatsregierung sind aktuell 60 Prozent der Bayern zufrieden. Dies kann aber nicht überdecken, dass die Unterstützung rückläufig ist: So äußerten sich im April 2020 noch 89 Prozent positiv zur Exekutive, sicherlich veranlasst durch die Unsicherheit in der Frühphase der Pandemie; im Herbst waren es aber noch 79 Prozent.

Dennoch fällt die Zufriedenheit mit der Regierung immer noch höher aus als vor Ausbruch der Pandemie. So sind 70 Prozent der Wahlberechtigten insgesamt zufrieden mit der Leistung des Kabinetts, im Januar 2020 waren es 64 Prozent. Auf positive Resonanz stößt die Koalitionsarbeit nicht nur bei Anhängern von CSU, sondern auch bei denen von Grünen (70 Prozent) und SPD (63 Prozent). Beide Werte sind übrigens höher als bei FW-Anhängern (61 Prozent). Nur AfD-Anhänger äußern sich fast einhellig kritisch (91 Prozent).

Das positive Gesamtbild der Regierung ist stark auf Zufriedenheit mit der CSU und dem Ministerpräsidenten selbst zurückzuführen. Zwar sind die utopischen Amtsbonus-Werte des vergangenen Jahres verschwunden, doch 72 Prozent der Wahlberechtigten stellen Söder ein positives Zeugnis aus. Nach wie vor halten ihn 63 Prozent der Bürger für einen guten Kanzlerkandidaten der Union.

Das zweitwichtigste Thema für die Bayern ist Schule und Bildung. Bei der Arbeit von Kultusminister Michael Piazolo (FW) herrscht desaströs hohe Skepsis - 74 Prozent aller Befragten gelangen zum Urteil "weniger zufrieden" oder "gar nicht zufrieden". Unter Anhängern der FW liegt der Wert sogar noch höher als in der Gesamtbevölkerung: 83 Prozent verpassen Piazolo ein schlechtes Zeugnis.

© SZ vom 14.01.2021/aner
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