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Bayern-Tipp:Gesammelt gegen das Vergessen

Georg Salzmann hat in seinem Keller 12 000 Bücher in der NS-Zeit verbotener Autoren gesammelt.

(Foto: Ulrich Hohoff/oh)

Bücher, Bücher, Bücher, auf jeder Treppenstufe, in der Küche, im Keller. Im Wohnzimmer stand nur noch sein Sessel frei. Das System dahinter kannte nur Georg P. Salzmann. Der Sammler aus Gräfelfing bei München lebte für seine "Bibliothek de r verbrannten Bücher" und mit ihr. In 40 Jahren hatte er von Autoren 12 000 Bücher angesammelt, die im Nationalsozialismus verboten und verbrannt worden waren. Auf die Erstausgaben war Salzmann besonders stolz. Wer das Glück hatte, ihn zu besuchen und Erstausgaben etwa von Stefan Zweigs "Schachnovelle" zu bestaunen, wird diese Eindrücke nie vergessen. Jahrelang sorgte Salzmann sich, was aus seinen Büchern - bedroht von der Würm - werden würde. 2013 starb Salzmann mit 83 Jahren, die gute Nachricht erlebte er noch: 2009 kaufte die Unibibliothek Augsburg seine Sammlung. Am 6. Februar präsentiert die Bibliothek nun das Buch über die Sammlung und ihr Potenzial für Forschung und Bildung. Zudem halten die Historikerin Sophia Dafinger und die Germanistin Stephanie Waldow Vorträge zur Bücherverbrennung 1933.

"Gesammelt gegen das Vergessen", 6. Februar, 12 bis 13.30 Uhr, Gebäude E, Universitätsstraße 22, Augsburg.