Nach Kritik der Jungen UnionCSU-Experten nun doch offen für Jura-Bachelor

Lesezeit: 1 Min.

Beim Staatsexamen gibt es für Jurastudenten bislang kein Fangnetz.
Beim Staatsexamen gibt es für Jurastudenten bislang kein Fangnetz.
Foto: Martin Schutt/dpa

Wer beim Jura-Staatsexamen scheitert, steht in Bayern bisher ohne Abschluss da. Die Grünen wollten deshalb einen Bachelor einführen. Die CSU hat einen solchen „Trostpreis“ abgelehnt – bis jetzt.

SZ bei Google bevorzugen

In der Diskussion um einen Bachelor-Abschluss im Jura-Studium als Alternative zum Staatsexamen zeigen sich CSU-Experten nun doch offen für eine mögliche Einführung in Bayern. Nach einem CSU-internen Fachgespräch herrscht nach Angaben der Partei Einigkeit, dass man einen „bayerischen Weg“ entwickeln wolle: Man wolle einerseits das Staatsexamen nicht entwerten und andererseits den Studenten einen Mehrwert beziehungsweise eine Zusatzqualifikation bieten. Im Landtag hatte die CSU-Fraktion einen Grünen-Vorstoß in diese Richtung noch strikt abgelehnt.

CSU-Landtagsfraktionschef Klaus Holetschek signalisierte nun Offenheit: „Wir müssen den Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Bundesländern ernst nehmen – und dabei das Staatsexamen ergänzen, nicht ersetzen“, sagte er. Petra Guttenberger (CSU), Vorsitzende des Rechtsausschusses im Landtag, forderte aber hohe Standards: Ein Bachelor müsse zwingend mit einer eigenständigen Prüfungsleistung verbunden sein und einen eigenständigen Zugang zum Arbeitsmarkt oder zu einem Masterstudiengang eröffnen.

Die Junge Union Bayern, die sich schon im April gegen die Linie der CSU-Landtagsfraktion positioniert hatte, plädierte dagegen erneut für einen vollintegrierten Bachelor als Motivationsanker und Sicherheitsnetz.

SZ Bayern auf Whatsapp
:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnieren

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

Die Grünen hatten die ganze Debatte jüngst angestoßen, im Landtag aber nur Unterstützung von der SPD bekommen. Ziel der Initiative: dass Studentinnen und Studenten nicht mit leeren Händen dastehen, falls sie beim Staatsexamen zweimal scheitern. Der Bachelor sollte aber nur dann verliehen werden, wenn der universitäre Teil des Studiums erfolgreich abgeschlossen ist, also alle Prüfungen vor dem abschließenden Staatsexamen bestanden wurden.

Der so erlangte Bachelor solle den Einstieg in alternative Karrierewege etwa in der Wirtschaft erleichtern, hatte der rechtspolitische Sprecher der Grünen, Toni Schuberl, argumentiert. Für eine Tätigkeit als Volljurist, zum Beispiel als Richter, bleibe ein bestandenes Staatsexamen nach wie vor Voraussetzung. In anderen Bundesländern – die Grünen nannten etwa Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen – gebe es bereits entsprechende Regeln, betonten die Grünen.

© SZ/DPA - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Protest gegen Klimapolitik
:Der unbequeme Jesuitenpater

Jörg Alt klebte sich fürs Klima auf die Straße und ging ins Gefängnis – war das alles umsonst?

SZ PlusVon Thomas Balbierer

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: