StraubingMarkerl gegen Gickerl:  Wie sich ein Hendlbrater für das Gäubodenfest wappnet

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Hendlbrater, die mit Verkaufswagen unterwegs sind, müssen sich zu Volksfestzeiten etwas einfallen lassen. 
Hendlbrater, die mit Verkaufswagen unterwegs sind, müssen sich zu Volksfestzeiten etwas einfallen lassen.  Stephan Rumpf

Hendl gehören nach wie vor zu den beliebtesten Gerichten auf Volksfesten – und taugen als Tauschobjekt, gerade jetzt in Niederbayern.

Glosse von Alexander Kappen

Die Geschichte des guten alten Tauschhandels reicht schon ein paar Jahre zurück. Also Jahrhunderte. Okay, Jahrtausende. Aber so richtig aus der Mode gekommen ist er nie. Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten, wenn das Geld als etabliertes Zahlungsmittel an Wert verliert, wird der Tauschhandel als Alternative immer wieder gerne genommen. Dann werden Waren und Dienstleistungen direkt gegen andere Waren und Dienstleistungen verrechnet. Und gut is‘ es.

Aber auch sonst ist der Tauschhandel in vielen Nischen des gesellschaftlichen Lebens bis heute ein probates Mittel, um Güter gegen eine entsprechende Gegenleistung an den Mann oder die Frau zu bringen, ohne jedes Mal fragen zu müssen: „Bar oder mit Karte?“

Wer kennt sie nicht, die großen Sammelbilder-Börsen vor Unterrichtsbeginn, bei denen mal eben ganz unkompliziert ein Harry Kane im Tausch gegen 35 Tim Lemperles über die zur Ladentheke umfunktionierte Schulbank geht. Ebenfalls beliebt: Kleidertauschpartys. Frei nach dem Motto: Gibst du mir deine Katzensocken, bekommst meine Wildschweinkrawatte.

Eine ganz spezielle Art des Tauschhandels hat sich –  besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen – in den vergangenen Wochen in Niederbayern etabliert, wo kommenden Freitag das Straubinger Gäubodenfest beginnt. Ein Hendlbrater aus der Region, der mit seinem Verkaufswagen verschiedene Städte und Gemeinden der Umgebung anfährt, sorgte da schon mal für die anstehenden Festtage vor.

An den Standorten rund um Straubing bot er seinen Kunden eine „große Tauschaktion“ an, die er auf einem Plakat mit einem nachdrücklichen „AUFGEPASST!!“ bewarb. Für jedes Hendl- oder Biermarkerl vom Gäubodenfest 2025 rückte er im Gegenzug zwei halbe Hendl aus seinem eigenen Bestand heraus. Was nun ein paar Fragen aufwirft.

Schmecken dem Mann seine eigenen Hendl nicht mehr, dass er sie für die halbe Menge der Marke Gäubodenfest opfert? Ist er zu bequem, sich selbst Biermarkerl zu besorgen? Oder hat er einfach nur keine Zeit, weil er ja die ganze Woche damit beschäftigt ist, Hendl zu verkaufen? Ist es nach dem bayerischen Reinheitsgebot tatsächlich erlaubt, Bier und Hendl gegeneinander aufzurechnen? Und handelt es sich bei der Aktion überhaupt um einen astreinen Tauschhandel? Vielleicht sind in Bayern Bier- und Hendlmarken als anerkannte Bierzeltwährung aber auch einfach schon längst offizielles Zahlungsmittel.

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