In mehreren bayerischen Städten und Landkreisen hatten Verlustängste um die örtlichen Krankenhäuser den Kommunalwahlkampf bestimmt. Landräte und Bürgermeisterinnen wurden in die Stichwahl gezwungen – und nun abgewählt. In den Landkreisen Kelheim und Ansbach sowie in der Stadt Bogen setzten sich am Sonntag die jeweiligen Herausforderer durch.
Die Wähler im Kreis Ansbach hatten Landrat Jürgen Ludwig (CSU) am 8. März heftig abgestraft: 29,1 Prozent. Er hatte sich für den Wandel der defizitären Kliniken in Dinkelsbühl und Rothenburg eingesetzt. Am Sonntagabend setzte sich dann Gegenkandidat Marco Meier (Freie Wähler) klar gegen Ludwig durch. Er holte 78,4 Prozent der Stimmen.

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Im Kreis Kelheim hatte Landrat Martin Neumeyer (CSU) bei der Kommunalwahl 2020 noch knapp 70,9 Prozent geholt. Diesmal war er im ersten Wahlgang auf 33,9 Prozent abgestürzt. Auch in der Stichwahl musste er sich deutlich geschlagen geben. Herausforderer Christian Nerb (FW) gewann mit 66,6 Prozent und ist damit zum neuen Landrat gewählt.
In der Stadt Mainburg selbst war Bürgermeister Helmut Fichtner (FW) bereits im ersten Wahlgang durchgefallen. In der Stichwahl fiel die Entscheidung zwischen Karoline Fritz-Ertlmaier (Stadt-Land-Union) und Annette Setzensack (ÖDP). Die langjährige Stadt- und Kreisrätin Setzensack führt die Klinikproteste in Mainburg an, Fritz-Ertlmaier ist Vorsitzende des Fördervereins der Klinik. Am Ende lag Fritz-Ertlmaier mit 61,4 Prozent vorn.
In der niederbayerischen Stadt Bogen (Kreis Straubing-Bogen) hatte Walter Franz, Kandidat des Wählervereins BOG, die CSU-Bürgermeisterin Andrea Probst in die Stichwahl gezwungen. Franz führt die Proteste für den Erhalt der örtlichen Klinik an. Bei der Stichwahl am Sonntag setzte er sich mit 54,1 Prozent gegen Probst durch.

