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Statistisches Jahrbuch:Die Superduperbayern sind weiter auf Rekordjagd

Die Geburtenrate in Bayern ist hoch.

In Bayern ist die Geburtenrate weiterhin recht hoch.

(Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa)
  • Ende 2018 haben 13 076 721 Menschen in Bayern gelebt - so viele wie noch nie.
  • Das geht aus dem Statistischen Jahrbuch für Bayern hervor, das Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag in München vorstellte.
  • Jedes Jahr liefert das Jahrbuch mit rund 165 000 Daten, mehr als 530 Tabellen und Schaubildern auf fast 670 Seiten einen detaillierten Blick auf das Leben im Freistaat.

Von Johann Osel

Unbestritten dürfte diese Einladung an die Medien jedes Jahr zu den Lieblingsterminen eines bayerischen Innenministers gehören. Am Freitag hat Joachim Herrmann (CSU) das Statistische Jahrbuch 2019 vorgestellt, das Kompendium definiert Bayern in Zahlen, Datenbasis bis Ende vergangenen Jahres. Es sind, wie gewohnt, glänzende Zahlen. "Bayern kann auch 2018 wieder einige Rekorde verzeichnen, die seine Attraktivität und Vielfalt unter Beweis stellen", sagte Herrmann. "Gute Nachrichten", "erfreulich", "Rekordland", "phänomenal" - diese Worte hört man bei der Präsentation mit Thomas Gößl, dem Präsidenten des Landesamtes für Statistik. Sinngemäß: Superduperbayern!

Das Bundesland sei "Tourismusmagnet, Sportparadies und Wirtschaftsmotor", sagte Herrmann. Dass der Freistaat beliebt sei, zeige sich unter anderem an der Einwohnerzahl: Sie knackte die 13-Millionen-Marke: 13 076 721 Menschen leben nun im Land. Auch für 2019 zeichne sich ab, dass die Bevölkerung weiter wächst, so der Minister. Das liegt einerseits an Zuwanderung: 13,2 Prozent der Menschen in Bayern sind Ausländer, 24 Prozent haben insgesamt einen Migrationshintergrund. Andererseits stieg 2018 die Zahl der Geburten erneut, sie befindet sich seit 2012 in der Trendwende. Das hat laut Herrmann Auswirkungen auf die Planungen des Staates und insbesondere der Kommunen, Beispiel Kindergartenplätze. Das Statistikbuch liefere hier, wie in anderen Bereichen, wichtige Impulse für staatliches Handeln. Auch die Wirtschaft "brummte", zu sehen etwa an der bundesweit geringsten Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent oder einem Rekord bei der Erwerbstätigkeit: 7,7 Millionen Menschen standen in Arbeit. Rekorde gibt es zudem im Tourismus; zum siebten Mal in Folge stiegen die Gästeankünfte (39,1 Millionen), aufwärts geht es in allen Regierungsbezirken. Nicht zu vergessen, um bajuwarische Klischees zu bedienen: Der Bierabsatz stieg auf 25 Millionen Hektoliter, ohnehin sitzt fast jede zweite deutsche Braustätte in Bayern.

Nun zeigt schon der flüchtige Blick auf das mächtige Jahrbuch, das die Polizeiexperten in Herrmanns Haus durchaus den Hiebwaffen zuordnen könnten, dass Wohlstand und Wachstum auch Schattenseiten haben. Binnen eines Jahres sind 60 000 Wohnungen neu entstanden - riesige Balkenausschläge in der Statistik bringt das aber nicht, ob die Bemühungen reichen, ist fraglich. Es gab 2018 mehr Verkehrstote (618, plus 10), es stieg die Zahl der Strafermittlungsverfahren bei Staatsanwaltschaften (plus 11 200). Jeder zweite Erwachsene (51 Prozent) ist zu dick oder viel zu dick - zumindest, wenn man das strenge Schema des Body-Mass-Index anlegt.

Das laufende Jahr, das 2020 in einem Jahrbuch präsentiert wird, endet kriselnd. 2019 war "auch an der Kippe, was das Wirtschaftswachstum betrifft", so Herrmann, man habe aber "nach wie vor keine Rezession". Es bleibt wohl abzuwarten und zu hoffen, dass auch in einem Jahr ein strahlender Minister auftritt.

© SZ vom 30.11.2019/vewo
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