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Neues Förderprogramm:Freistaat richtet Start-up-Fonds ein

Von dpa, maxi

Die Staatsregierung will ihre Unterstützung für Start-ups ausbauen. Das teilten Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) am Montag nach einem Treffen mit Unternehmensvertretern in München mit. Dazu soll in einem ersten Schritt ein sogenannter Start-up-Fonds entstehen, aus dem junge Firmen bis zu 25 Millionen Euro Förderung beantragen können. Zudem sind mehr Mittel für Universitätsausgründungen geplant. Mithilfe der in vielen bayerischen Städten angesiedelten Gründerzentren und ihren Netzwerken soll insbesondere der internationale Austausch ausgebaut werden.

In China würden Start-ups vom Staat unterstützt, in den USA durch Risikokapital, sagte Söder: Deutschland sei in dieser Hinsicht "nicht schlecht", aber man wolle in Bayern eigene Akzente setzen. Aiwanger verwies darauf, dass die Förderung Gründern auch dabei helfen solle, aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten einen Verkauf von Firmenanteilen an ausländische Investoren zu vermeiden. Einen konkreten Zeithorizont für die Verbesserung der Start-up-Förderung nannten die Koalitionäre am Montag nicht. Außerdem soll im Digitalministerium von Judith Gerlach (CSU) ein "Digital-Gesetz" in Arbeit sein: Es soll Rahmenbedingungen setzen, wie sich neue digitale Lösungen in Bayern besser implementieren lassen. Tatsächlich kritisieren Oppositionsvertreter seit Jahren, dass vor allem in Behörden ein großer Aufholbedarf bei digitalen Themen bestehe.

Vormittags hatte Söder im Rahmen der bayerischen Weltraumstrategie "Bavaria One" das Start-up Isar Aerospace besucht. In dessen Werkshallen in Ottobrunn werden seit diesem Montag Raketen gefertigt, die bald Nutzlast wie Satelliten in den Erdorbit bringen sollen. Die Raketen sind mit 27 Metern Länge vergleichsweise kurz. Gleichzeitig gelten insbesondere die Satelliten- und Kleinsatellitenfertigung sowie ihr Transport als Wachstumsbranche. In der jüngsten Finanzierungsrunde im Dezember 2019 sammelte das Start-up nach eigenen Angaben 15 Millionen Euro ein, eine weitere Runde ist für dieses Jahr geplant. Die Raketen sollen in Europa starten, wo genau, ist aber unklar. Ein Konzept des Bundesverband der Deutschen Industrie sieht als eine Möglichkeit mobile Startplattformen in der Nordsee.

© SZ vom 08.09.2020

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