Klimakrise:Neue Ausrichtung der Staatswälder gefordert

Angesichts der dramatischen Folgen der Klimakrise für die Wälder fordert der Bund Naturschutz (BN) einen neuen Umgang mit den Staatswäldern. "Klimaschutz, Artenvielfalt, Erholung und weitere Schutzfunktionen sind in den Staatswäldern viel wichtiger als Holzverkauf und Gewinnstreben", sagt BN-Chef Richard Mergner. "Die Ankündigung von Ministerpräsident Markus Söder, dass die Staatswälder Klimawälder sein sollen, muss im Waldgesetz verankert werden." Damit solle garantiert werden, dass ihre Funktionen für das Gemeinwohl tatsächlich Vorrang haben vor der Holzvermarktung. Hintergrund des BN-Vorstoßes ist, dass die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) aktuell ihre Unternehmenspolitik überarbeiten. Das Programm trägt den Namen "Forstbetrieb 2030". Das Staatsunternehmen, das die Staatswälder bewirtschaftet und etwa 2700 Mitarbeiter beschäftigt, ist Europas größter Forstbetrieb. Seit seiner Gründung 2005 hat es stets hohe Gewinne erwirtschaftet und an den Freistaat abgeführt. Allerdings macht die Klimakrise auch den BaySF schwer zu schaffen. 2020 fuhren sie erstmals einen Verlust ein. Mit 36 Millionen Euro war er sogar extrem hoch. Die Sorge von BN-Chef Mergner ist nun, dass mit "Forstbetrieb 2030" vor allem Personaleinsparungen und Kürzungen der Öko-Leistungen der BaySF beabsichtigt werden, um das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu bringen.

Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) nennt die Befürchtung unbegründet. "Es wird im Rahmen von ,Forstbetrieb 2030' keinen Stellenabbau geben", sagt sie. Das Programm solle die BaySF als modernen und leistungsfähigen Forstbetrieb aufstellen - "ganz im Sinne der von Söder angekündigten Ausrichtung auf den Klimawald", wie Kaniber betont. "Dazu gehört auch, dass die BaySF keine Gewinne mehr an den Freistaat abführen müssen."

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