Die Bayern-SPD will zwei Führungspositionen künftig mit einem Kommunalpolitik-Duo aus Franken besetzen. Am Dienstag stellte die Partei in Schweinfurt die designierte Generalsekretärin und ihren designierten Stellvertreter vor: Kathrin Pollack, Stadträtin aus Ansbach, und Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein sollen an diesem Wochenende beim SPD-Landesparteitag in Landshut offiziell ins Amt gewählt werden. Sie treten die Nachfolge der niederbayerischen Landtagsabgeordneten Ruth Müller und ihres Stellvertreters Nasser Ahmed, OB-Kandidat in Nürnberg, an. Beide kandidieren nicht mehr.
Die künftige Generalsekretärin Kathrin Pollack, 48 Jahre alt, arbeitet hauptberuflich als Personalratsvorsitzende bei der Regierung von Mittelfranken. Dort sei sie „Kümmerin, Diplomatin, Fürsprecherin und Organisatorin“ für rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sagte sie bei ihrer Vorstellung. Bei der Kommunalwahl 2020 trat sie als „politische Newcomerin“ zur Oberbürgermeister-Wahl im mittelfränkischen Ansbach an, schaffte es aber nicht in die Stichwahl. Auch ihre Kandidatur für den Landtag blieb 2023 erfolglos.

Ihr Vize soll Uwe Kirschstein werden, seit 2016 OB der oberfränkischen Stadt Forchheim. Er tritt im kommenden Jahr zur Wiederwahl an und verfolgt nach eigenen Angaben „keine eigenen landespolitischen Ambitionen“. Als Mitglied im SPD-Landesvorstand habe er bereits in den vergangenen Jahren „die kommunale Stimme erhoben“, sagte er. Diese Perspektive wolle er im neuen Amt noch stärker einbringen und die SPD dadurch „in die Mitte der Gesellschaft zurückführen“.
Bayern-SPD-Chefin Ronja Endres betonte die kommunalpolitische Verankerung ihrer Partei. „Da sind wir noch erfolgreich.“ Das neue Generalsekretärs-Duo soll helfen, die SPD auch auf Landesebene aus der Krise zu führen. Bei den vergangenen zwei Landtagswahlen erreichte die Partei nur noch einstellige Ergebnisse. Außerdem sollen die Nordbayern ein regionales Gegengewicht zur neuen SPD-Doppelspitze aus dem Süden bilden. Neben Endres kandidiert am Samstag der Münchner Bundestagsabgeordnete Sebastian Roloff für den Landesvorsitz.

