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Bildung:SPD fordert Konzepte für Förderunterricht

Neue Konzepte für den Förderunterricht fordert Magrit Wild, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Gerade durch die Schulschließungen im Frühjahr seien die Bildungsdefizite gestiegen, sagte Wild am Donnerstag. Weder die digitale Infrastruktur noch das Personal reiche bisher aus, um den Förderbedarf aufzufangen. Das vom Kultusministerium am vergangenen Montag vorgestellte Konzept für das kommende Schuljahr lege nicht ausreichend Fokus darauf, "ungleiche Bildung" abzumildern.

"Die Aha-Regel ist wichtig, aber für uns Sozialdemokraten steht die Unterrichtsqualität im Vordergrund", sagte Wild. Im neuen Schuljahr erhalten Schüler, die Stoff aufholen müssen, 13 Wochen Förderunterricht in Mathe, Deutsch und Fremdsprachen. Das hatte das Kultusministerium Ende Juni verkündet. Die Lehrkräfte dafür würden allerdings fehlen, so Wild. "Es ist egal, ob die Schüler eine Maske tragen", sagte Wild. "Ein Lehrer muss da sein." Anfang des Jahres hatte das Ministerium zunächst befürchtet, dass im neuen Schuljahr etwa 6000 Lehrkräfte fehlen. Im Juli hatte Kultusminister Michael Piazolo (FW) allerdings bekanntgegeben, dass diese Lücke durch junge Pädagogen und Corona-Teamlehrer geschlossen werden könne.

Wild kritisiert außerdem den Mangel an Konzepten für die konkrete Umsetzung des Förderunterrichts. Ihr Vorschlag: Schulen sollen selbstbestimmtes Lernen fördern und auf Lerngruppen setzen. Eigene Ziele setzen zu können, sei eine wichtige Kompetenz, die Schüler lernen sollten. "Außerdem müssen wir die digitale Kompetenz und Infrastruktur ausbauen", so Wild. Breitbandausbau und Mangel an Geräten sei das eine Problem, Lehrkräfte zu schulen die andere Baustelle. "Wir brauchen mehr Fortbildungen." Das Schuljahr werde schwierig, da ist sich Wild sicher, "deshalb wäre es jetzt an der Zeit, um konsequent an neuen Lernkonzepten zu arbeiten".

© SZ vom 04.09.2020 / Kau
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