Unter BayernVon Söders Gnaden

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Höret alle auf den CSU-Chef: Ministerpräsident Markus Söder vor Beginn der letzten Kabinettssitzung vor der Sommerpause auf einem Schiff auf der Donau. Danach gab es noch einen Hinweis Richtung Freie Wähler.
Höret alle auf den CSU-Chef: Ministerpräsident Markus Söder vor Beginn der letzten Kabinettssitzung vor der Sommerpause auf einem Schiff auf der Donau. Danach gab es noch einen Hinweis Richtung Freie Wähler.
Peter Kneffel/dpa

In Bayern herrscht keineswegs eine Erbmonarchie, auch wenn das im Einzelfall so wirken mag. Thorsten Glauber von den Freien Wählern hat das jüngst zu spüren bekommen.

Glosse von Katja Auer

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Nur noch einmal zur Sicherheit, die Monarchie gibt es nicht mehr in Bayern, obwohl es noch eine Königliche Hoheit gibt, die bei offiziellen Anlässen zumindest so begrüßt wird (Franz von Bayern) und eine Durchlaucht oder auch Fürstin, die unter diesen Bezeichnungen landläufig bekannt ist (Gloria von Thurn und Taxis). Aber gemeinhin werden Ämter im Freistaat durch Wahlen vergeben.

Die Kandidaten dafür wiederum sind freilich schon oft von irgendwessen Gnaden oder zumindest dessen Launen abhängig, eines Parteichefs beispielsweise. Es sei an Horst Seehofer erinnert, der als Ministerpräsident dereinst Kronprinzen um sich scharen wollte, eine ganze Riege am liebsten, Prinzessinnen sollten auch darunter sein. Zwölf Apostel werde er sich heranziehen, hatte er bald nach seinem Amtsantritt wissen lassen. Wie man sie auch nennen mag, so viele sind es nicht geworden – und am Ende war nur Markus Söder übrig.

Nicht aus Zufall natürlich, dem überlässt der jetzige Ministerpräsident ungern was. Seine eigene Nachfolge gewiss auch nicht, aber davon ist keine Rede, er vermittelt ja eher den Eindruck, dass Bayern – und nicht nur Bayern – arg verratzt wäre ohne ihn.

Und so kümmert er sich derweil freundlicherweise darum, dass anderswo Ämter passend besetzt werden, das des Bundeskanzlers zum Beispiel. Da hat CDU-Chef Friedrich Merz nun mehr Glück als sein Vorgänger Armin Laschet, den Söder bekanntermaßen für nicht so geeignet hielt wie sich selbst. Das wird bei Merz zwar so ähnlich sein, aber zumindest zeigt Söder das nicht gar so deutlich.

Ganz im Gegensatz zu einer anderen Empfehlung. Jüngst hat der frühere hessische CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier wissen lassen, dass er Bayerns Landtagspräsidentin (und übrigens auch ehemalige Seehofer-Kronprinzessin) Ilse Aigner für eine veritable Bundespräsidentin halte. Woraufhin Söder wissen ließ: „Volker war auch für den Armin Laschet. Der hat sich immer für die richtigen Leute eingesetzt.“

Na also, so kennt man das, Söder hat es schließlich nicht wegen seiner Subtilität so weit gebracht. Das merken sie auch in anderen Parteien, das Personal der Grünen unterliegt ohnehin seiner ständigen Bewertung. Nun ja, eher seiner Kritik, wie mit Lob seinerseits umzugehen ist, das können sie jetzt mal bei den Freien Wählern üben. Zu Umweltminister Thorsten Glauber sagte Söder in dieser Woche nach dessen Auftritt nach der Kabinettssitzung in Kloster Weltenburg: „Gesprochen wie ein Parteivorsitzender.“ Sollte da ein Kronprinz ausgerufen werden? Mit schönen Grüßen an den amtierenden Parteichef.

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