In bayerischen Schwimmbädern und an Badestellen in Bayern werden immer mehr Fälle sexueller Belästigungen und Übergriffe erfasst. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 227 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, wie das bayerische Landeskriminalamt (LKA) auf Anfrage mitteilte. Im Jahr 2023 waren es 193 Fälle gewesen, 2022 waren 171 Fälle registriert worden.
Enthalten sind Straftaten an Badestränden, Badestellen, in Schwimmbädern, Freibädern und Badeanstalten. Die Zahlen davor sind wegen der Corona-Krise deutlich niedriger und nicht vergleichbar.
Die Täter sind fast ausschließlich Männer: Im vergangenen Jahr beispielsweise waren nach LKA-Angaben von 163 Verdächtigen 159 männlich. Im Jahr 2023 waren 131 von 134 Tatverdächtigen Männer.
Die Anteil nicht deutscher Tatverdächtiger ist demnach gemessen am Bevölkerungsanteil hoch: Unter den 163 Tatverdächtigen im Jahr 2024 waren 66 Deutsche. 97 dagegen hatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Im Jahr zuvor waren es 71 deutsche und 63 nicht deutsche Tatverdächtige.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung umfassen in der Kriminalstatistik eine lange Liste von Straftaten. Dazu zählen unter anderem sexuelle Nötigung, sexuelle Belästigung und sexueller Missbrauch, aber auch viele weitere Delikte. Mit Zahlen des Bundeskriminalamts oder aus anderen Ländern sind die genannten bayerischen Zahlen laut LKA nicht ohne Weiteres vergleichbar, da die genauen Auswerteparameter der Statistik dafür überall exakt gleich sein müssten.
Zuletzt hatten Fälle mutmaßlicher sexueller Belästigungen in einem Freibad im hessischen Gelnhausen bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Dort sollen vier Männer mehrere Mädchen sexuell belästigt haben. Die Untersuchungen laufen. Tatverdächtig sind vier syrische Männer im Alter von 18 bis 28 Jahren.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich bereits am Mittwoch für harte Strafen und gegebenenfalls Abschiebungen bei sexuellen Übergriffen in Freibädern ausgesprochen. Bei Welt TV sagte Söder mit Blick auf Konsequenzen: „Hohe Strafen, vor allem wenn es Wiederholungstäter sind. Und wenn es jemand ist, der kein Deutscher ist, konsequent abschieben.“
Söder sagte weiter: „Ich finde es eine solche Einschränkung der Freiheit, wenn man nicht mehr ins Bad sich zu gehen traut, das geht einfach nicht.“ Die Täter hätten „falsche Vorstellungen von unseren Werten“. Die müsse man ihnen durch Strafen vermitteln. „Wer dann eine hohe Strafe bekommt, der macht es kein zweites Mal. Und wenn er es ein zweites Mal macht, wird die Strafe entweder noch härter oder er muss das Land verlassen.“


