Leben im AlterPflegeheimplätze in Bayern werden zunehmend teurer

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Seit Jahren steigen die Kosten für Bewohner von Pflegeheimen spürbar.
Seit Jahren steigen die Kosten für Bewohner von Pflegeheimen spürbar. (Foto: Marijan Murat/dpa)

Die Eigenbeteiligung lag für das erste Aufenthaltsjahr im landesweiten Schnitt bei 3196 Euro im Monat – gut 100 Euro mehr als noch vor einem halben Jahr.

Erneut sind die Kosten in Bayern für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen deutlich gestiegen. Die Zahlungen aus eigener Tasche im ersten Aufenthaltsjahr lagen im landesweiten Schnitt bei 3196 Euro im Monat, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen zum Stand 1. Januar ergeben hat.

Damit waren die Zuzahlungen monatlich 102 Euro höher als zum 1. Juli 2025, wie die Daten zeigen. Seit Jahren steigen die Kostenanteile bundesweit spürbar an. In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten, denn die Pflegeversicherung trägt nur einen Teil der Kosten. Für Bewohnerinnen und Bewohner im Heim kommen aber noch Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen und Ausbildungskosten hinzu.

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Bundesweit gibt es weiter große Unterschiede bei den Eigenanteilen. Im Ländervergleich am teuersten war die Pflege im ersten Heimjahr zum 1. Januar in Bremen mit durchschnittlich 3637 Euro im Monat und im Saarland mit 3601 Euro. Am niedrigsten war die monatliche Belastung im ersten Jahr im Heim in Sachsen-Anhalt mit 2720 Euro sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen mit je 2903 Euro. Bundesweit lag der Schnitt bei 3245 Euro, was einen Anstieg um 137 Euro zum 1. Juli und sogar um 261 Euro im Vergleich zum 1. Januar 2025 bedeutet.

Ausgewertet wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Ländern. Zum Ersatzkassenverband gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit. Bei den selbst zu zahlenden Summen kommt es auf die Aufenthaltsdauer an, weil sich danach Entlastungszuschläge richten, die Pflegebedürftige neben den Leistungen der Pflegekassen bekommen. Der Eigenanteil für die reine Pflege wird damit im ersten Jahr im Heim um 15 Prozent gedrückt, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent.

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) forderte angesichts der erneuten Verteuerung die auch von ihrer Partei mitgetragene Bundesregierung dazu auf, schnell zu handeln. „Die neuen Daten bestätigen, dass wir endlich eine nachhaltige Finanz- und Strukturreform der Pflegeversicherung brauchen.“ Die Bundesregierung müsse einen Vorschlag für eine generationengerechte Finanzierung der Pflege machen. Bayern setze sich für eine Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen sowie der aktuell von den Pflegebedürftigen getragenen Ausbildungskosten ein.

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