Der Nationalpark Berchtesgaden ist um eine Attraktion reicher. Bislang wurden dort 15 Fledermausarten nachgewiesen, jetzt ist eine weitere dazugekommen: die Bulldoggfledermaus. Diese sei im Frühherbst 2025 erstmals gesichtet worden – ein „Zufallsfund“, sagte Gertrud Keim vom Verein für Höhlenkunde München am Donnerstag. Die Bulldoggfledermaus, die in Bayern bisher nur in Ausnahmefällen gesichtet wurde, jage in großer Höhe und bleibe daher oft unbemerkt.
Erstmals in Bayern sei die Bulldoggfledermaus 2007 im Landkreis Starnberg nachgewiesen worden. Danach seien zwei weitere zufällige Sichtungen in Landshut und Kempten dazugekommen. „Eigentlich ist die Art im Mittelmeerraum und Nordafrika zu Hause. Es ist aber gut vorstellbar, dass sich diese schnell fliegende und hochmobile Art auch aufgrund des Klimawandels langsam nach Norden ausbreitet“, sagte Simon Ripperger vom Bayerischen Landesamt für Umwelt.
Offenbar machten Einzeltiere immer wieder Erkundungsflüge nördlich der Alpen, sagte Ripperger weiter. „Wir freuen uns über diesen seltenen Nachweis und sind gespannt, ob uns auch an anderen Stellen in den Alpen weitere Nachweise gelingen.“
Bulldoggfledermäuse jagen in großen Höhen, meist in gebirgigen Regionen, nach Insekten, meist Nachtfaltern und fliegen dabei vergleichsweise schnell, weshalb sie bei Netzfängen eher nicht gefangen werden können.


