SchwimmausbildungBayern stampft Seepferdchen-Förderprogramm wieder ein

Von den rund 837 000 zur Verfügung gestellten Gutscheinen wurden laut Innenministerium bis Anfang April aber gerade einmal 127 000 eingelöst – das sind lediglich 15,17 Prozent.
Von den rund 837 000 zur Verfügung gestellten Gutscheinen wurden laut Innenministerium bis Anfang April aber gerade einmal 127 000 eingelöst – das sind lediglich 15,17 Prozent. Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Idee klang gut: Per Gutscheine sollten Bayerns Kinder und ihre Eltern für Schwimmkurse begeistert werden. Doch in der Praxis zeigte sich viel Desinteresse.

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Nach nur fünf Jahren stampft die bayerische Staatsregierung ihr mäßig erfolgreiches Schwimmförderprogramm zum Ende des laufenden Kindergartenjahres wieder ein. „Die Gutscheine des laufenden Aktionsjahres 2025/2026 bleiben unverändert gültig und können für alle Kurse angenommen werden, bei denen mindestens eine Unterrichtseinheit im Zeitraum zwischen dem 1. August 2025 und dem 31. August 2026 stattfindet“, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Das Förderprogramm „Mach mit – Tauch auf!“ gibt es seit dem Kindergartenjahr 2021/2022 und hat zum Ziel, Kinder und Familien mit 50-Euro-Gutscheinen für den Erwerb des Seepferdchens zu motivieren. Es wurde damals auch als Folge der Corona-Pandemie ins Leben gerufen. Die zunächst befristete Aktion wurde später verstetigt. Alle Vorschulkinder und Erstklässler erhielten seither einen Gutschein für einen Schwimmkurs, der zum Erwerb des „Seepferdchens“ führt.

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Wo sollen die Kinder noch schwimmen lernen? Bäder sind marode, Personal fehlt, das Geld sowieso. Die Gutschein-Aktion der Staatsregierung in Bayern ist ein Flop. In Geisenhausen zeigt sich, dass Kinder dann schwimmen lernen, wenn Kommunen genug Geld haben.

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Von den rund 837 000 seither landesweit zur Verfügung gestellten Gutscheinen wurden laut Innenministerium bis Anfang April aber gerade einmal 127 000 eingelöst – das sind lediglich 15,17 Prozent. Demgegenüber stehen Gesamtausgaben von 6,67 Millionen Euro. Das Geld wurde für die Gutscheine, die Entwicklung einer App, spezielle Flyer und die Aufwandspauschalen für Kursanbieter fällig.

„Die Staatsregierung beendet ein teures Bürokratiemonster, das sein Ziel klar verfehlt hat. Trotz Millionenaufwand können immer weniger Kinder in Bayern sicher schwimmen“, sagte Max Deisenhofer, Sprecher für Sport der Landtags-Grünen. Statt Marketingaktionen brauche es mehr intakte Schwimmbäder und verlässlichen Schwimmunterricht an Schulen, wie ihn der Lehrplan eigentlich vorsehe. In Bayern sind viele Schwimmbäder dringend sanierungsbedürftig – vielen Kommunen fehlt aber das Geld.

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