TierweltAm helllichten Tag in Bayern

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Eine Wildsau in Kelheim wütete wie eine Wildsau – mitten am Tag. (Symbolfoto)
Eine Wildsau in Kelheim wütete wie eine Wildsau – mitten am Tag. (Symbolfoto) (Foto: Lino Mirgeler/dpa)

In einem Wald bei Kelheim sind zwei Schwammerlsucher von einer Wildsau angegriffen worden. An einem Vormittag! Und auch sonst kommt einem der Freistaat manchmal vor wie die kanadische Wildnis.

Glosse von Deniz Aykanat

Die Bayern-Redaktion hat ihre Leserschaft nach bestem Wissen und Gewissen durch diesen Sommer gebracht. Mit hochseriösen Texten zu Politik und Gesellschaft natürlich – aber etwa auch zum richtigen Umgang mit Rindviechern beim Wandern. Denn Kühe sehen mit ihren hübschen Augen zwar nett aus, wie sie so vor dem Bergpanorama stehen und mit dem Schwanz wedeln. Sie sind es aber nicht immer. Und so eine Kuh hat Kraft!

„An die Wege halten, nicht kreuz und quer laufen, nicht über alle Zäune steigen“, lautet da also der Rat eines Experten in einem unserer Artikel des Sommers. Oder: „Mutterkühe sind eher aggressiv als Jungvieh, weil sie ihre Kälber beschützen wollen.“ Oder aber: „Wenn das Rind den Kopf senkt, stampft, schnaubt und zum Scharren und zum Brüllen anfängt, dann weiß man, jetzt wird’s gefährlich.“

Das klingt, als befinde man sich nicht im idyllischen Freistaat, sondern in einer Stierkampfarena in Madrid: wild und beängstigend. Nicht nach bayerischer Idylle und Gemütlichkeit. Es klingt wie das, was Schwammerlsucher neulich im niederbayerischen Kelheim erlebt haben. Dort, im Frauenforst, hat sich eine Wildsau wie eine Wildsau aufgeführt. Das Tier hatte – mitten am Tag! – zwei Männer angegriffen, die gerade nach Pilzen suchten. Das Zusammentreffen artete laut Medienberichten in einen Kampf Mann gegen Wildsau aus, aus dem zum Glück der Schwammerlsucher als Sieger hervorging.

Nach der Kuh also nun das Wildschwein und wir wollen natürlich Bär und Wolf nicht vergessen. Das ist hier nicht mehr das von Markus Söder alle drei Tage als Himmel auf Erden gepriesene Bayernland, sondern die kanadische Wildnis! Neulich, beim letzten Bad dieses Sommers in einem bayerischen Gewässer, waren gar kleine Fische zu beobachten, die die Beine der Badegäste anknabberten. Bayerische Piranhas!

Es könnte also sein, dass Sie bei uns bald nicht mehr Anleitungen zum korrekten Fluchen auf Bairisch zu lesen bekommen, sondern eher Handreichungen zum Überleben bei vermeintlich gemütlichen Aktivitäten. Man kriegt im Leben ja eh nichts mehr gebacken ohne Anleitung. Künftig also: Was tun bei Invasion von Eichhörnchen beim Aufklauben von Kastanien? Oder: So verhalten Sie sich richtig bei Biber-Attacken während des Karpfen-Angelns.

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