Als es losging mit Corona und den Schulen, hatten sich viele Pädagogen erhofft, dass die Anerkennung wieder steigen würde vor ihrer Leistung. Ganze Familien waren im Lockdown, Eltern mussten Job und Betreuung koordiniert kriegen. Endlich würden die Leute sehen, wie wichtig Lehrer sind. Diese Hoffnung erfüllte sich, wenn überhaupt, nur kurz. Das ist schade, aber kein Wunder. Wer den jüngsten Aufstand der Lehrerverbände verfolgt, stellt sich bei allen Strapazen dieser Krise die Frage, was nur in viele Lehrer gefahren ist?
Es ist müßig, zu erwähnen, dass sie zu den wenigen Gruppen gehören, die sich keine existenziellen Sorgen machen müssen. Ihre Jobs als Staatsbeamte sind sicher, gut bezahlt und vergleichsweise risikoarm. Die Sorge vor Mutanten ist verständlich, aber Paketboten oder Kassierer sind weniger geschützt. Künstler oder Wirte können nur auf Finanzhilfen hoffen und haben keine echte Öffnungsperspektive. Alle Branchen jammern, aber das Toben der Lehrervertreter ist stets lauter.
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Wofür oder wogegen, das variiert: gegen Distanzunterricht, für Distanzunterricht, für Schulöffnungen, gegen Schulöffnungen. Nun überbieten sich die Verbände darin, gegen die Teststrategie der Regierung zu sein. Protest, weil jüngere Kinder nicht getestet werden. Protest, weil sie in der Schule getestet werden.
Es muss unzweifelhaft besser laufen: Es braucht klare Regeln und überall genügend Tests. Aber solange nicht alle geimpft sind, sind Tests unter Aufsicht der sicherste Weg. Das Ultimatum des Bayerischen Lehrerverbands war am Montag der bisherige Höhepunkt: Schulbetrieb nach Ostern nur, wenn alle Lehrer ein Impfangebot bekommen. Was schlicht die Änderung der Impfreihenfolge bedeutet.
Das ist nicht nur unverschämt, sondern auch unsolidarisch denen gegenüber, die noch gefährdeter sind durch das Virus. Damit bedienen die Verbände zwar die Wut vieler Mitglieder, aber sie schaden auch den Lehrern, die den Kindern endlich wieder richtigen Schulunterricht geben wollen. So schnell wie möglich.