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Initiative für Fotovoltaikanlagen:Grüne fordern Solarstrom von den Schuldächern

Studie zu Photovoltaik auf Schulen in Bayern

Der Studie zufolge könnten leistungsstarke Solaranlagen auf allen ungefähr 4800 staatlichen und kommunalen Schulen beinahe 600 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom im Jahr produzieren.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Die Landtags-Grünen wollen Fotovoltaikanlagen auf allen öffentlichen Schulen. Eine Studie der Fraktion zeigt enormes Potenzial.

Von Christian Sebald

Wenn es nach den Landtags-Grünen geht, werden in den kommenden beiden Jahren auf allen öffentlichen Schulen in Bayern Fotovoltaikanlagen installiert oder diese aufgerüstet, sofern es sie schon gibt. "Zum einen sollen unsere Schulen Vorbild sein bei der Energiewende und der Produktion von klimafreundlichem Ökostrom", sagt der grüne Energiepolitiker Martin Stümpfig. "Zum anderen gibt es auf ihren Dächern noch ein Riesenpotenzial für leistungsstarke Solaranlagen." Die Grünen fordern deshalb, dass der Freistaat 2021 und 2022 jeweils 250 Millionen Euro dafür zur Verfügung stellt.

Nach einer Studie, die die Fraktion in Auftrag gegeben hat, ist das Potenzial tatsächlich enorm. Danach könnten leistungsstarke Solaranlagen auf allen ungefähr 4800 staatlichen und kommunalen Schulen beinahe 600 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom im Jahr produzieren. Ein Drittel davon könnten die Schulen selbst verbrauchen, ihr Strombezug aus dem Leitungsnetz würde sich dadurch halbieren. Den Überschuss würden die Schulen in das Leitungsnetz einspeisen. Die Einsparung des Klimagases CO₂ würde sich auf 500 000 Tonnen im Jahr belaufen.

Die Investitionskosten sind nach Worten des Grünen-Politikers Stümpfig überschaubar. Sie würden sich in den kommenden beiden Jahren auf eine halbe Milliarde Euro belaufen. "Dabei muss man berücksichtigen, dass sich die Anlagen bereits nach acht oder neun Jahren amortisiert haben", sagt Stümpfig. Der Grund: Weil die Schulen ein Drittel des Solarstroms selbst nutzen können, würden sie pro Jahr etwa 65 Millionen Euro an bisherigen Stromkosten einsparen.

Die Fotovoltaik ist die erneuerbare Energiequelle mit den mit Abstand größten Zuwachsraten in Bayern. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums, das auch für die Energieversorgung des Freistaats zuständig ist, hat sie im Jahr 2018 knapp zwölf Milliarden Kilowattstunden Strom geliefert. Damit hat sie sogar die Wasserkraft (10,7 Milliarden Kilowattstunden Strom) überholt, die bis dahin die traditionell stärkste regenerative Energiequelle in Bayern war. Im Zehn-Jahres-Vergleich hat sich die Produktion von Solarstrom hierzulande mehr als vervierfacht. Sein Anteil am gesamten Stromverbrauch im Freistaat beträgt gut 14 Prozent.

© SZ vom 23.02.2021 / cws/syn
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