Schülerzeitung für GrundschulenZeitungen von und für die Jüngsten – leicht gemacht

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Den dritten Platz bei den Grundschulen belegte die Schülerzeitung  Tintenklecks  der Münchner Grundschule an der Sankt-Martin-Straße.
Den dritten Platz bei den Grundschulen belegte die Schülerzeitung Tintenklecks der Münchner Grundschule an der Sankt-Martin-Straße. (Foto: Florian Peljak)

Mut wird belohnt: Die „Tintenklecks“-Redaktion der Münchner Grundschule an der St.-Martin-Straße kam mit ihrer Erstausgabe ins Finale des Blattmacher-Wettbewerbs 2024/2025. Wie man eine Schülerredaktion gründet, erklären die Betreuungslehrerinnen.

Von Anna Murr und Sabine Winterhalter

2420 Grundschulen gibt es in Bayern, Schülerzeitungen aber sind dort vergleichsweise selten. Bei weiterführenden Schulen ist das ganz anders. Ob dies am Fokus auf den Übertritt in der dritten und vierten Klasse liegt, an Prioritätensetzung der Eltern und Lehrkräfte oder an fehlendem Personal, soll hier ausnahmsweise keine Rolle spielen. Für Anna Murr und Sabine Winterhalter steht fest: Schülerzeitungsarbeit mit den jüngsten Mädchen und Buben lohnt sich. Fünf Tipps der Lehrerinnen der Münchner Grundschule an der St.-Martin-Straße:

1.  Auswahl der Teilnehmer

Die Schülerinnen und Schüler einer AG Schülerzeitung sollten Freude am Schreiben von Texten mitbringen. Häufig möchten Kinder teilnehmen, weil sie sich „Spiele-Zeit“ am Computer erwarten oder deren Eltern die Arbeitsgemeinschaft für eine sinnvolle Deutsch-Förderung halten. Um für eine gute Passung zu sorgen, ergibt es daher Sinn, ein bis zwei Schnupperstunden zu veranstalten. Die Kinder erhalten hier kreative Schreibaufgaben, die sie selbständig bearbeiten. Als Lehrkraft verschafft man sich dadurch schnell einen Überblick, welche Schülerinnen und Schüler wirkliches Interesse und eine gewisse Schreibausdauer mitbringen. Anhand der Texte und der Selbstreflexion der Kinder können die Teilnehmer für die Arbeitsgemeinschaft gezielt ausgewählt werden.

2. Kompetenzaufbau zur Arbeit mit dem PC

In den ersten Einheiten der AG sollte es vorrangig um die Erarbeitung grundlegender Arbeitsweisen gehen. Bewährt hat sich die Nutzung eines Dropbox-Ordners, in den die Kinder später ihre Artikel hochladen.

Grundlage aller Redaktionsarbeit sind Basiskenntnisse am Computer: Die Kinder lernen zu AG-Beginn das Starten des PC, das Öffnen des Internets und die Benutzung von Kindersuchmaschinen wie etwa „Blinde Kuh“, „Frag Finn“ oder „Helles Köpfchen“. Außerdem erfahren sie, wie sie sich in den Dropbox-Ordner einloggen, die Programme wieder schließen und den Computer herunterfahren.

Im nächsten Schritt lernen die Mädchen und Buben den Umgang mit einem Schreibprogramm wie etwa Word oder Pages. Wir machen sie mit dem Öffnen und Speichern eines Dokuments vertraut, führen sie an Tippen auf der Tastatur, Schriftarten, Schriftgrößen oder Zeilenumbruch heran. Dazu kommt der Umgang und das Einfügen von Bildern sowie deren Quellenangabe.

Mut lohnt sich: Gleich mit der ersten Ausgabe schaffte es die „Tintenklecks“-Redaktion im Blattmacher-Wettbewerb 2024/2025 ins Finale.
Mut lohnt sich: Gleich mit der ersten Ausgabe schaffte es die „Tintenklecks“-Redaktion im Blattmacher-Wettbewerb 2024/2025 ins Finale. (Foto: Anna Günther)

Es bietet sich an, diese Funktionen am Whiteboard zu zeigen und die Kinder parallel an eigenen Computern Schritt für Schritt mitklicken zu lassen. Kleine Rätsel wie „Speichere ein Word-Dokument im Ordner Schülerzeitung ab“ runden diese Übungszeit ab. Damit die Schülerinnen und Schüler mit der Tastatur vertraut werden, können sie ihre Texte aus der Schnupperstunde abtippen.

3. Erarbeiten des Aufbaus einer Schülerzeitung

Im nächsten Schritt erarbeiten wir mit den Kindern, wie eine Schülerzeitung aufgebaut ist, was es für Artikel geben könnte und welche Ressourcen in der Arbeitsgemeinschaft vorhanden sind. Dazu können zum Beispiel verschiedene Schülerzeitungen oder Tageszeitungen ausgelegt und durchgestöbert werden. Geeignete Formate für die Grundschule sind Sachartikel, Rätsel, Ausflugstipps, Interviews, (Ausmal-)Bilder, Buchtipps, Rezepte, Berichte über Schulaktivitäten, eigene Geschichten und Witze.

Schön ist, dass die Kinder sich hier mit ihren eigenen Ideen und Interessen einbringen können und dadurch intrinsisch zum Schreiben motiviert werden.

4. Erstellen konkreter Artikel

Jetzt kann es losgehen: Die Schülerinnen und Schüler arbeiten allein oder in Teams an ihren Zeitungsartikeln. Um Doppelungen zu vermeiden, wird zu Beginn jeder AG-Stunde abgeglichen, wer mit wem an welchem Artikel arbeitet. Wer etwas Neues beginnt, hat so gleich einen Überblick, was sich als Nächstes anbieten könnte. Als betreuende Lehrkraft gibt man Tipps und unterstützt, wo Hilfe benötigt wird. Schreibteams bieten sich häufig an, da sich die Kinder dadurch oft schon gegenseitig helfen können. Fertige Artikel werden in den geteilten Ordner hochgeladen.

5. Druckvorbereitung

Während die Mädchen und Buben an ihren Texten arbeiten, kann man als betreuende Lehrkraft damit beginnen, fertige Artikel in einer Datei zusammenzufügen und das Layout zu vereinheitlichen. Gleichzeitig wird eine Korrektur von eventuell vorhandenen Rechtschreib- oder Grammatikfehlern vorgenommen. Gemeinsam mit den Kindern wird ein Inhaltsverzeichnis erstellt.

Sind genügend Artikel gesammelt, malen die Schülerinnen und Schüler Bilder, die sowohl für die Gestaltung der Schülerzeitung als auch für das Titelbild genutzt werden können. Bevor Fotos von Kindern oder deren Werken in der Schülerzeitung veröffentlicht werden, sollte eine Einverständniserklärung von den Erziehungsberechtigten eingeholt werden.

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