Vor vielen Millionen Jahren sind durch den heutigen Steigerwald krokodilartige Dinosaurier gekrochen. Den Überraschungsfund machte laut Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Umwelt vom Dienstag dessen geologischer Dienst. Dieser hatte große Sandsteinbrocken aus dem Steigerwald mit einem speziellen 3-D-Computertomografen am Fraunhofer-Institut in Fürth untersucht und darin zehn versteinerte, 230 Millionen Jahre alte Saurierschädel entdeckt.

Die Überreste stammen demnach von zwei verschiedenen Saurierarten: Cycloto- und Metoposaurier. Diese ähneln Krokodilen, sind aber fleischfressende Riesenlurche. Ihr Kiefer ist mehr als einen halben Meter lang und mit einer Reihe von spitzen Zähnen bestückt. Die Schädel wurden offenbar durch starke Regengüsse aus einem schlammigen Tümpel in den heutigen Fundort eines sandigen Flussbetts geschwemmt, vermuten die Forscher.

SZ Bayern auf Whatsapp:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnieren
Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.
Die Todesumstände bleiben laut Roland Eichhorn, Leiter des geologischen Dienstes, rätselhaft: In der Triaszeit lauerten offenbar mindestens zwei Arten von Riesenlurchen in Tümpeln auf Beute, ähnlich wie heute Alligatoren und Krokodile etwa in den Everglades in Florida. Möglicherweise haben sie sich bei einer Trockenzeit in einem Tümpel konzentriert. Als dieser dann aufgrund einer Dürrephase ganz austrocknete, könnten alle gemeinsam verendet sein.
Bereits vor vier Jahren sei in dem Sandsteinbruch bei Rauhenebrach der versteinerte, mit Zähnen bestückte Unterkiefer eines Riesenlurchs geborgen worden, so Eichhorn. Die Funde stellten ein weiteres Puzzleteil dar, „um einen Blick zurück in die prähistorische Fauna im Steigerwald zu ermöglichen“.

