Innere Sicherheit:Forschungsbund zu Rechtsextremismus startet

Innere Sicherheit: Ermittler stoßen immer wieder auf Rechtsextreme, bei denen einschlägiges Material und auch Waffen gefunden werden.

Ermittler stoßen immer wieder auf Rechtsextreme, bei denen einschlägiges Material und auch Waffen gefunden werden.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Die Staatsregierung fördert mit 4,5 Millionen Euro Wissenschaftler aus elf bayerischen Einrichtungen. Untersucht werden unter anderem die Bedeutung antisemitischer Verschwörungsmythen oder der Einfluss von Krisen auf die Akquise neuer Anhänger.

18 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Bayern wollen in den kommenden vier Jahren den Rechtsextremismus erforschen und Gegenstrategien entwickeln. Wie die Universität Passau am Donnerstag mitteilte, fördert die Staatsregierung den Forschungsverbund aus elf Einrichtungen mit 4,5 Millionen Euro. Die Koordination übernehme die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg.

Erforscht werden soll unter anderem die Bedeutung antisemitischer Verschwörungsmythen für rechtsextreme Kommunikationsstrategien. Eine weitere Forschungsfrage sei, inwiefern Rechtsextreme Krisen wie die Corona-Pandemie, den Klimawandel und den Krieg in der Ukraine dafür nutzten, neue Anhänger zu gewinnen.

"In Krisenzeiten wird deutlich, wie fragil der gesellschaftliche und demokratische Konsens ist - Antisemitismus hat hier eine Scharnierfunktion und tritt regelmäßig in den Vordergrund", sagte die in Passau lehrende Soziologin Karin Stögner. Ein Teilprojekt untersucht mit dem JFF-Institut für Medienpädagogik in München, welche Themen und Bildtypen in den sozialen Netzwerken besonders häufig auftauchen und viele Reaktionen hervorrufen.

An dem Forschungsverbund für Gegenwartsanalysen, Erinnerungspraxis und Gegenstrategien zum Rechtsextremismus in Bayern (ForGeRex) sind in München die Ludwig-Maximilians-Universität, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften, die Hochschule für Politik, die Akademie der Bildenden Künste, das Institut für Zeitgeschichte und das JFF-Institut für Medienpädagogik beteiligt. Dazu kommen die Universitäten in Passau, Augsburg und Regensburg sowie die Technische Hochschule Nürnberg.

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