Traunstein:Notbremsung in Zug wegen rassistischer Parolen zu Lied „L’amour toujours“

Ein Zugbegleiter informierte die Bundespolizei über einen Vorfall mit rassistischen Parolen. (Symbolfoto) (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Eine Gruppe von 13 Personen im Alter zwischen 14 und 29 Jahren traten zudem aggressiv auf und drohten indischen Reisenden Gewalt an.

Ein Gruppe Zugpassagiere soll während einer Bahnfahrt in Oberbayern nachts das Lied „L’amour toujours“ angestimmt und dazu rechtsradikale Parolen gerufen haben. Drei Fahrgäste hätten sich ihnen entgegengestellt, teilte die Bundespolizei am Montag mit. Ein Zugbegleiter informierte wegen des Vorfalls in der Nacht zum Samstag am Bahnhof Traunstein die Bundespolizei.

Beamte hätten daraufhin 13 tatverdächtige deutsche Staatsangehörige im Alter zwischen 14 und 29 Jahren angetroffen, die überwiegend aus Hessen und Baden-Württemberg stammen, hieß es. Die Gruppe soll während der Bahnfahrt zwischen Übersee und Traunstein zudem zwei indischen Reisegästen gegenüber aggressiv aufgetreten sein und ihnen Gewalt angedroht haben.

Drei Deutsche im Alter zwischen 20 und 38 Jahren hätten sich der Gruppe entgegengestellt. Der 38-Jährige habe aufgrund der „bedrohlichen Stimmung“ die Notbremse betätigt, woraufhin der Zug in Traunstein stoppte, teilte die Polizei mit. Die Gruppe durfte nicht mit dem Zug weiterfahren. Drei der Verdächtigen seien bereits früher mit Gewaltdelikten in Erscheinung getreten. Die Staatsanwaltschaft Traunstein und die Bundespolizei ermitteln den Angaben nach wegen des Verdachts der Volksverhetzung, der Beleidigung und der Bedrohung.

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