Sportgeräte verbieten?Debatte um Schutz vor Quagga-Muschel am Königssee

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Die Art vermehrt sich massenhaft, verdrängt heimische Lebewesen und kann Wasserrohre sowie Bootsantriebe zusetzen.
Die Art vermehrt sich massenhaft, verdrängt heimische Lebewesen und kann Wasserrohre sowie Bootsantriebe zusetzen.
Felix Kästle/dpa

Der Nationalpark Berchtesgaden plädiert für ein Verbot von Luftmatratzen und Paddel-Boards auf dem ganzen Königssee. Aber daraus wird wohl nichts.

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Mit einem Verbot von Luftmatratzen und Stand-up-Paddle-Boards auf dem gesamten Königssee möchte der Nationalpark Berchtesgaden einen Befall mit der invasiven Quagga-Muschel verhindern. Die Sportgeräte sollten nach dem Wunsch des Nationalparks auf dem kompletten See verboten werden – auch auf dem vorderen Teil, wie eine Sprecherin sagte. Doch hier ist das Landratsamt Berchtesgadener Land zuständig. Und die Behörde sieht für ein solches Komplettverbot keine rechtliche Handhabe.

Während im südlichen Bereich des Gewässers bereits die strengen Regeln der Nationalparkverordnung gelten, liegt der stark frequentierte nördliche Teil rund um die Seelände außerhalb dieser Zuständigkeit. Nach Ansicht der Nationalparkverwaltung lässt sich das Einschleppen der Muschelart nur durch ein seeweites Verbot von „Schwimmkörpern“ wirksam verhindern, wie eine Sprecherin sagte.
Die Kreisbehörde erteilte dem Vorstoß nun jedoch eine Absage.

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Die Forderung sei bekannt, „für ein generelles Verbot fehlt jedoch leider der rechtliche Rahmen“, teilte eine Sprecherin des Landratsamts mit. Die bestehende Gemeingebrauchsverordnung schränke die Nutzung von Luftmatratzen und Paddle-Boards bereits stark ein. Ein vollständiges Verbot sei verfassungs- und wasserrechtlich nicht als verhältnismäßig durchsetzbar.

Als milderes Mittel verweist das Landratsamt auf die bayernweiten „Klar-Regeln“: Wassersportler sind angehalten, ihre Ausrüstung vom Schlauchboot bis zum Tauchequipment vor jedem Gewässerwechsel gründlich zu kontrollieren, Restwasser zu leeren, das Material abseits des Sees heiß abzuspülen und vor dem nächsten Einsatz mindestens fünf Tage ruhen zu lassen.

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Ein klassischer Badesee ist der Königssee nicht. Das Wasser ist kalt, zum Liegen fehlt der Platz. Die Zahl der Badegäste hält sich in Grenzen – doch auf die Zahl kommt es nicht an. Ein einziges Sportgerät, das tags zuvor in einem besiedelten See lag, genügt. Die ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum stammende Quagga-Muschel breitet sich zunehmend in europäischen Binnengewässern aus.

Da sich Larven und Jungtiere leicht in Restwasser oder an feuchten Sportgeräten festsetzen, gilt der Wassersport als Hauptübertragungsweg. Die Art vermehrt sich massenhaft, verdrängt heimische Lebewesen und kann Wasserrohre sowie Bootsantriebe zusetzen.

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