Mitten in OregonBayern-Liebe in Portland – von Bier, Brezn und BMW

Lesezeit: 1 Min.

Im „Autohaus Bayern“ werden nicht nur typisch bayerische Marken verkauft, sondern auch Mercedes und Opel.
Im „Autohaus Bayern“ werden nicht nur typisch bayerische Marken verkauft, sondern auch Mercedes und Opel. (Foto: Patrick Wehner)

Weißbier zum edlen Fisch, BMW auf den Straßen – und eine südamerikanische Familie, die die beste Breze der Stadt backt. Unser Autor war auf Dienstreise in Portland – und stolperte über bayerische Spurenelemente.

Von Patrick Wehner

Vorneweg: German Pretzls gibt es natürlich überall in den USA.  In der Regel aber sind diese Teiglinge für Liebhaber der reschen, bayerischen Brezn nur bei bedrohlichem Hungergefühl oder mit viel Ketchup genießbar. Der Autor dieser Kolumne, der in seiner Familie auch als bayerntümelnder Breznsnob gilt, hat in den vergangenen drei Monaten in Portland (Oregon) für die SZ gearbeitet. Es ist jetzt nicht so, dass er vor lauter Zeitlang nach bayerischer Kulinarik das überwältigende Angebot an Essen dort nicht zu schätzen gewusst hätte. Das hat er. Aber die Augen nach bayerischen Einschlägen hielt er dennoch offen.

Auf einem Wochenmarkt in der Nähe der Uni entdeckte er sie dann zufällig, die beste bayerische Breze außerhalb des Freistaats. Hergestellt von einer Einwandererfamilie aus Südamerika. Die Schlange an dem Stand war immer sehr lang, der Stückpreis von vier Dollar (circa 3,70 Euro!) sehr hoch – und die Breze nach zehn Uhr vormittags restlos ausverkauft. Der Grund: Dort werden tatsächlich Laugenbrezn verkauft, die nicht nur so aussehen wie richtige Brezn, sondern auch so schmecken. Und das kommt bei den Leuten an. Notiz im imaginären Tagebuch: Der Familie eine Mail schreiben und ihr sagen, das für derart gute Brezn auch in Baden-Württemberg und Österreich ein großer Markt weitestgehend brach liegt.

SZ Bayern auf Whatsapp
:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnieren

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

Ein beliebtes Fischrestaurant. Auf der Karte stehen unter anderem frittierte Austern und Rotbarsch in Kräuterkruste. Natürlich trinken viele Leute hier, wie in jedem Fischrestaurant der Welt, Weißwein. So als wäre das ein Naturgesetz. An erstaunlich vielen Tischen jedoch hielten die Gäste kleine Weißbiergläser in der Hand – gefüllt mit kühlem Weißbier aus dem oberbayerischen Weihenstephan. Die Kellnerin erklärte auf erstaunte Nachfrage, dass das hier eine überaus beliebte Kombination sei. Bayerisches Weißbier und edler Fisch also. Hört, hört!

Neben Bier und Brezn gibt es noch ein drittes Bayern-Klischee, das sich in Portland großer Beliebtheit erfreut: BMW. Und zwar nicht nur neue, dicke SUVs, sondern immer wieder auch alte BMW, die, ohne zu viel Werbung machen zu wollen, als zeitlose Klassiker gelten. Dreier aus den 90ern, Siebener aus den 80ern. Es gibt sogar ein großes Autohaus, das keinen geringeren Namen für sich gewählt hat als „Autohaus Bayern“. Doch neben BMW  (und ein paar Audi) verkaufte das „Autohaus Bayern“ auch Mercedes und Opel. Offenbar hat die US-Liebe zum Freistaat auch seine Grenzen.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Würzburger Geschichte
:Fake im 18. Jahrhundert oder die Lügensteine von Professor Beringer

Sie gelten als der Wissenschaftsskandal schlechthin: Pseudofossilien werden verbuddelt, ein hoch angesehener Würzburger Forscher fällt darauf herein und scheint ruiniert zu sein. Ein Museum nimmt sich der Geschichte nun an und zeigt, dass sie komplexer ist als gedacht.

SZ PlusVon Olaf Przybilla

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: