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Bayern:Landtag stellt sich gegen Tattoos bei Polizisten

Polizist zieht für Tattoo vor Gericht

Wer zur Polizei möchte, darf keine sichtbaren Tattoos tragen.

(Foto: dpa)

Eine sichtbare Tätowierung und ein Job als Polizeibeamter? In Bayern bleibt das weiter verboten. Für CSU, Freie Wähler und AfD eine Frage der Seriosität.

Bayerische Polizisten dürfen auch weiterhin keine sichtbaren Tattoos tragen. Der Landtag lehnte am Dienstag einen Antrag der SPD ab, der das generelle Verbot durch eine Einzelfallprüfung ersetzen sollte.

Ausgelöst wurde die Debatte durch den Fall eines Polizisten, der sich nach seiner Hochzeitsreise "Aloha" auf den Unterarm tätowieren lassen wollte. Das bayerische Beamtengesetz verbietet jedoch Tattoos auf Unterarm, Händen, Kopf oder Hals. Nachdem eine Klage des Beamten vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert war, erteilte ihm auch der Landtag eine Absage.

Die SPD hatte angeführt, dass das Verbot nicht mehr "zeitgemäß" sei und Bewerber bei der Polizei abschrecken könnte. Es solle im Einzelfall über die Tattoos entschieden werden. Anna Schwamberger (Grüne) sagte, dass "sexistische oder rassistische Tattoos abgelehnt werden könnten".

Die Mehrheit aus CSU, Freien Wählern und AfD befürchtete jedoch, dass eine Einzelfallprüfung die Gerichte überlasten könnte. Außerdem müssten Beamte ihre Seriosität im Dienst wahren. Der Mann klagt derzeit vor dem Verfassungsgericht.

© SZ vom 14.04.2021 / ELKO/infu
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