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Aschermittwoch der SPD:Kampfansage aus Vilshofen

Erster digitaler Politischer Aschermittwoch der BayernSPD unter dem Motto Digital bayDir im Wohnzimmer Vilshofen (Bayer

Natascha Kohnen und Olaf Scholz in Vilshofen.

(Foto: imago images/Michael Sigl)

Kanzlerkandidat Olaf Scholz schlägt sich wacker, er teilt sowohl gegen Söder als auch gegen die Grünen aus

Von Johann Osel, Vilshofen/München

Der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat beim politischen Aschermittwoch seine Partei auf den Wahlkampf eingeschworen und den Anspruch auf die Kanzlerschaft angemeldet. "Wir wollen die nächste Regierung führen. Ich will Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden", sagte der Bundesfinanzminister in seiner digital übertragenen Rede aus dem niederbayerischen Vilshofen. Gerade in der jetzigen Situation benötige das Land eine "Partei mit Plan" und Leute, die wüssten, was sie wollen.

Seitenhiebe waren in der zupackenden, aber insgesamt gediegenen Rede auf den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) zu hören. Söder hatte kürzlich die Corona-Hilfen des Bundes für Unternehmen kritisiert, man habe eine "Bazooka" versprochen, geblieben sei eine "Steinschleuder ohne Stein". Der Begriff der Bazooka stammte von Scholz. Der rechnete nun die tatsächlichen Ausgaben vor. Er wisse, so Scholz, "in Bayern ist vieles größer". "Aber dass die Steinschleudern ein solches Ausmaß haben, das hätte sicherlich niemand gedacht." Auch Aussagen, dass es in Deutschland Politiker gebe, welche "die Pose wichtiger finden als die Tat", könnten manche Zuhörer wohl auf Söder münzen.

Scholz habe "eher die Begabung, Blutdruck zu senken als ihn steigen zu lassen", spöttelte Söder in Passau über den SPD-Mann. Dieser aber schlug sich wacker. Kritik übte Scholz an den Äußerungen der Grünen zur vor allem ökologischen Schädlichkeit von Einfamilienhäusern in Ballungsräumen. Er sieht hier "moralischen Rigorismus". In SPD-Kreisen hört man, dass solche Dispute im Wahlkampf und in Konkurrenz zu den Grünen relevant sein könnten. Die Aussage zu den Häusern sei wie die Debatte um einen "Veggie-Day" in Kantinen vor einigen Jahren "kein Ausrutscher der Grünen" - sondern ein Fremdeln mit der Lebensrealität vieler Bürger. Die SPD stehe dafür ein, dass man nicht bevormunde und sich "als etwas Besseres" empfinde.

Bereits bei einem digitalen Presseabend am Vortag, zusammen mit SPD-Landeschefin Natascha Kohnen, hatte Scholz seinen Führungsanspruch betont. Es werde gelingen, dass man im Wahljahr nicht ein schwarz-grünes Duell habe, sondern einen Dreikampf. Im Meinungstrend des Instituts Insa lagen SPD und Grüne gleichauf, bei 17 Prozent. Frage beim Presseabend an einen selbstbewussten Olaf Scholz: Wer ist ihm lieber als Kontrahent, Söder oder Armin Laschet? "Mir egal."

© SZ vom 18.02.2021/van
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