Stau auf der Autobahn, volle Flugzeuge und ZügeHier müssen Reisende an Pfingsten Geduld mitbringen

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Staus Richtung Süden gehören ebenso zum Auftakt der Pfingstferien wie vergessene Kuscheltiere und Badehosen.
Staus Richtung Süden gehören ebenso zum Auftakt der Pfingstferien wie vergessene Kuscheltiere und Badehosen. Claus Schunk

Zu Pfingsten zieht es die Bayern in den Süden – und viele Reisende aus anderen Bundesländern auch. Staus auf den Strecken nach Österreich, Italien und Kroatien gehören ebenso dazu wie lange Schlangen an den Flughäfen und volle Wagen bei der Bahn. Wie man trotzdem entspannt ans Ziel kommt.

Am Freitag um 11.20 Uhr werden sich vor vielen Schulen im Freistaat lange Staus bilden – die Pfingstferien beginnen, und viele Familien wollen keine Minute auf dem Weg in den Urlaub verschwenden. Mit dem Gong nach der vierten Stunde geht es los, für viele in Richtung Süden – nicht selten direkt hinein in die Staus. Zwar sind nur in Bayern und Baden-Württemberg Pfingstferien, doch in vielen anderen Bundesländern ist zumindest ein langes Wochenende, teils mit einem Extra-Tag am Dienstag.

Urlauber werden viel Geduld brauchen, warnt darum der ADAC in Bayern und sagt viele Staus voraus, vor allem in Richtung der österreichischen und italienischen Urlaubsgebiete. Besonders viel Zeitverlust drohe auf der A9 in Richtung München, der A8 in Richtung Salzburg, der Inntal-Autobahn, der A95 sowie am Fernpass. Verschärft werde die Situation teils durch marode Streckenabschnitte.

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Zahlreiche Baustellen auf Bayerns Autobahnen könnten für zusätzliche Zeitverluste sorgen, warnt der ADAC. Auf bayerischer Seite gebe es außerdem einige Abschnitte auf der A3, A7, A92 und A93, auf denen Autos mit maximal 120 Kilometern pro Stunde fahren dürfen. Motorräder dürfen aufgrund der veralteten Betonfahrbahn sogar nur 80 Kilometer pro Stunde fahren, da in den Sommermonaten plötzlich Hitzeschäden auftreten können.

In Österreich stelle die Brennerautobahn A13 rund um die baufällige Luegbrücke das größte Staurisiko dar. Zwar sei die Strecke im Juni zweispurig befahrbar, doch die besondere Verkehrsführung könne Rückstaus erzeugen.

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Zwar gibt es kaum alternative Routen in den Süden, trotzdem können Reisende sich das Leben etwas einfacher machen: Bei Fahrten ins Ausland lohne es sich zudem, notwendige Vignetten bereits vor der Abfahrt zu besorgen, um Wartezeiten an den Mautstationen zu reduzieren. Viele Vignetten sind inzwischen online erhältlich, die für Österreich etwa hier, die Maut für die Brennerautobahn kann man direkt über die Webseite des ADAC oder auch bei der österreichischen Asfinag kaufen.

Schneller geht es laut Automobilclub auch bei denen, die nicht direkt am Freitag oder Samstag in den Urlaub starten, sondern erst am Sonntag losfahren.

Übrigens: Eine Auswertung von aktuellen Spritpreisdaten der EU-Kommission zeigt, dass es sich hinter der Grenze oft günstiger tanken lässt:

  • In Österreich ist Benzin 22 Cent billiger, Diesel um 6 Cent.
  • In Italien ist Sprit teurer als in Österreich.
  • In Slowenien, Kroatien oder Ungarn ist er dagegen etwas billiger.
  • Zur Slowakei sind die Unterschiede bei Benzin gering, Diesel ist dort etwas günstiger als in Österreich

Bayerische Flughäfen erwarten Millionen Passagiere

In München gibt es am Flughafen neue Sicherheitskontrollen – sie sollen für schnellere Abläufe sorgen.
In München gibt es am Flughafen neue Sicherheitskontrollen – sie sollen für schnellere Abläufe sorgen. Johannes Simon

Wer mit dem Flugzeug von Bayern aus in den Pfingsturlaub starten will, dürfte da weniger flexibel sein. Auf längere Wartezeiten an Check-in und Sicherheitskontrollen sollten Fluggäste in München und Nürnberg vor allem zwischen Freitag und Sonntag vorbereitet sein. Allein in der bayerischen Landeshauptstadt werden dann mehr als 410 000 Passagiere erwartet.

Während der gesamten Ferien rechnen die beiden Flughäfen mit deutlich mehr Reisenden als noch zu Pfingsten 2024. Der Flughafen München erwartet insgesamt mehr als 2,3 Millionen Reisende – bei rund 17 000 Flugbewegungen. In Nürnberg rechnet man mit etwa 294 000 Passagieren bei mehr als 1900 Starts und Landungen. Am Allgäu Airport in Memmingen werden etwa 170 000 Fluggäste erwartet – etwa 11 000 mehr als in den Pfingstferien 2024.

Auch hier ist Vorbereitung wichtig – für wenig Stress für die Reisenden selbst und die anderen in den Schlangen: Ausreichend Zeit einplanen, nur die wichtigsten Dinge im Handgepäck mitnehmen. Und alles, was man potenziell an der Sicherheitskontrolle auspacken muss, nach oben in die Tasche oder so, dass man es leicht auspacken kann:

  • Flüssigkeiten und Cremes in der Ein-Liter-Tüte, kein Gebinde mit mehr als 100 Millilitern
  • Laptop, Tablet, E-Book-Reader, Smartphone, Drohnen
  • Medizinische Geräte
  • am Münchner Flughafen werden gern auch Spiegelreflex- und große Digitalkameras und deren Objektive genauer inspiziert

Am Gate oder auf dem Flug haben Reisende genug Zeit, ihre Rucksäcke und Weekender wieder genau so einzuräumen, wie es ihrem System entspricht.

Damit es schneller geht am Band, sollte man zudem rechtzeitig schon Jacken, dicke Pullover und Gürtel ausziehen, denn auch die müssen in einem Behälter durch die Kontrolle. Auch wer gern Dinge in den Hosentaschen verstaut, kann die in der Warteschlange bereits ins Handgepäck räumen: Münzen, Lippenstifte, Hygieneartikel – alles muss raus.

Eigentlich selbstverständlich – aber natürlich müssen Reisepass oder Personalausweis noch so lange gültig sein, wie es das Reiseland verlangt. Zudem wollen immer mehr Länder, dass elektronische Einreisekarten ausgefüllt werden – für die USA das sogenannte Esta, für Kanada und neuerdings auch für Großbritannien eine „Electronic Travel Authorisation“, ein Eta. Diese müssen vor der Reise beantragt, bezahlt und genehmigt sein. Manch anderes Land verlangt ein Visum zur Einreise, das eine noch längere Vorlaufzeit hat.

Der Weg zum Flughafen der Landeshauptstadt könnte während der Ferien indes zusätzlich zum Problem werden: Weil die Bahn am Ostbahnhof ein neues Stellwerk in Betrieb nimmt, fahren auf der Linie S8 der Münchner S-Bahn zum Flughafen von Freitagabend, 6. Juni, bis Freitagmorgen, 13. Juni, auf einem Abschnitt nur Busse als Ersatzverkehr. Auch hier lohnt sich also gegebenenfalls: mehr Zeit einplanen und vom Hauptbahnhof im Zweifel mit der Linie S1 fahren.

Viel Verkehr auf den Bahnstrecken

Zwar gibt es keine größeren Baustellen auf den Fernverkehrsstrecken, voll wird es trotzdem in der Bahn.
Zwar gibt es keine größeren Baustellen auf den Fernverkehrsstrecken, voll wird es trotzdem in der Bahn. Frank Hoermann/SVEN SIMON

Auch wenn der Stellwerksbau in München vielen nicht gefallen dürfte, die Deutsche Bahn hat auch gute Nachrichten: Im Fernverkehr in Bayern seien über Pfingsten keine Baustellen mit größeren Auswirkungen geplant, teilte eine Sprecherin der Deutschen Bahn mit.

Besonders voll werde es in den Zügen der Deutschen Bahn zu Beginn am Pfingstwochenende sowie am Schluss der Ferien. Für den Fernverkehr empfiehlt die Sprecherin deshalb, entweder sehr spät oder sehr früh zu fahren, um günstigere Tickets und einen Sitzplatz in den Zügen zu bekommen.

Auch im Nahverkehr rechnet die Bahn-Sprecherin in den Ferien mit vielen Reisenden. Besonders beliebt seien bei Ausflüglern die Strecken ins Werdenfelser Land und ins Allgäu. Einschränkungen gibt es im Regionalverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Regensburg und Hof: Dort finden vom 15. Juni bis voraussichtlich zum 22. August Bauarbeiten statt. Die Strecke zwischen Regensburg und Schwandorf werde vollständig gesperrt. Zwischen Weiden und Hof sei die Strecke von Mitte Juni bis Mitte Juli nur eingleisig befahrbar.

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