Neulich in der Redaktionskonferenz offenbarte sich unter den Kolleginnen und Kollegen große Eier-Unkenntnis, was angesichts des nahenden Osterfests ungeheuerlich ist. Es wurden existenzielle Fragen zur Eier-Versorgung an Ostern gestellt: Woher kommen die Tausenden zusätzlich benötigten Eier? Steigern die Hennen einfach für ein paar Tage ihren Output? Und wenn ja, wie motiviert man sie dafür? Durch gutes Zureden? Mehr Futter? Musik? Welche Rolle spielt dabei der Hahn – und spielt er überhaupt dabei eine Rolle? Oder importiert man einfach aus Ländern, die nicht so verrückt nach Eiern sind?
Gott sei Dank gibt es im Bayern-Team einen Kollegen, der fachlich bewandert ist und sein Wissen bereitwillig teilte. Es fielen die Worte Produktionsplanung, Vorratshaltung und künstliche Beleuchtung. „Das ist aber alles hinlänglich bekannt“, schloss der Kollege seinen Exkurs in die Welt der Eier aus Massentierhaltung.
Da Sie, liebe Leserinnen und Leser, nicht das Fachjournal für Geflügelhalter in den Händen halten und es nach schlechter Recherche keine größere Todsünde im Journalismus gibt, als die Leser zu langweilen, sei nur so viel gesagt: Es geht. Die Eier-Versorgung ist gesichert. Wie genau der erhöhte Eierbedarf nun eigentlich gedeckt wird, ist zweitrangig, siehe Langeweile. Außerdem ist das Osterfest ja ein Fest der Wunder – Stichwort: Auferstehung und Hase mit Eiern.
Es gab nach dem Eier-Vortrag aber noch einen wichtigen Einwand einer Kollegin: Was ist mit der Eier-Farbe? Es meldeten sich sogleich mehrere und plötzliche Eier-Experten, die vor fünf Minuten noch nicht mal wussten, wie man die Eier-Produktion hochskaliert, mit Ist-doch-völlig-klar-Augenrollen zu Wort: Die Eier-Farbe hängt doch von der Hühnerrasse ab! Auch die Autorin ist in die Klugscheißerei mit eingestiegen und hat sich der Themaverfehlung schuldig gemacht. Braune Hühner legen braune Eier, weiße legen weiße Eier, das weiß doch jedes Kind.
Die Kollegin wollte aber ja auf etwas ganz anderes hinaus. So ein Osterei hat es ja an sich, dass es bemalt oder mindestens gefärbt wird oder beides. Das sieht auf weißen Eiern doch viel schöner aus. Eine weitere Kollegin merkte dazu an, dass an einem Marktstand im Fränkischen exakt darüber diskutiert und im gemeinsamen Gespräch die Erkenntnis gewonnen wurde, dass man beim Färben brauner Eier ebenso schöne Ergebnisse erzielen könne, wenn nicht sogar schönere.
Das ist hinlänglich bekannt, klar, der Natur-Trend, bei dem die Eier mit Zwiebelschalen oder Kurkuma gefärbt werden. Sieht dann auch tatsächlich schön aus. Exakt wie die Eier von braunen Hühnern.



