Kultur in BayernBayern strukturiert Staatsmuseen um

Lesezeit: 1 Min.

Das Porzellanikon in Selb soll künftig zum Museum für Industriekultur gehören.
Das Porzellanikon in Selb soll künftig zum Museum für Industriekultur gehören. Foto: Daniel Vogl/dpa

Mehr Freiheit, weniger Staat: Museen wie die Pinakotheken und das Porzellanikon stellen sich neu auf. Was steckt hinter der Reform und was bedeutet das für die Häuser?

SZ bei Google bevorzugen

Die staatlichen Kunstmuseen in Bayern sollen unabhängiger werden. Das Ziel: mehr Selbständigkeit, wirtschaftliche Verantwortung und Freiheit – und weniger Staat.  Gelingen soll das, indem sich die 18 Häuser von 2029 an zu Verbünden zusammenschließen, unter dem Dach der Bayerischen Staatsmuseen, die vorzugsweise eine Anstalt des öffentlichen Rechts sein sollen. Dies sorge für eine gemeinsame strategische Ausrichtung, größere Autonomie und wirtschaftliche Handlungsfähigkeit, sagte Kunstminister Markus Blume (CSU) bei der Vorstellung der Pläne im bayerischen Landtag.

Die Identität der einzelnen Häuser soll erhalten bleiben, ebenso meist auch der Ort. Die Museen bekommen aber Blume zufolge eine moderne Führung, eine eigene Rechtspersönlichkeit und mehr Handlungsspielräumen in Personal- und Finanzfragen. „Unsere Museen zählen zur Weltspitze – jetzt erhalten sie eine zeitgemäße Struktur, die ihrem Rang gerecht wird“, so der Minister. Der Freistaat bleibe dabei Eigentümer der Sammlungen und Liegenschaften und behalte die Aufsicht.

SZ Bayern auf Whatsapp
:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnieren

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

Die Bayerische Staatsgemäldesammlung soll es in der bisherigen Form laut Blume nicht mehr geben. Man schaffe stattdessen eine Spitze des Verbundes Bayerische Staatsmuseen sowie eine klare Leitungsstruktur für die einzelnen Museen.

Grundlage für die Umstrukturierung ist das sogenannte Weißbuch „Reformkommission Museumsoffensive“, das eine Kommission unter Leitung von Markus Michalke und Rolf Nonnenmacher erarbeitet hat. Vorgeschlagen haben die Fachleute zehn einzelne Verbünde.

Kooperieren sollen künftig etwa die Alte und die Neue Pinakothek, das Nationalmuseum mit der Staatlichen Münzsammlung oder die Häuser am Königsplatz: das Museum Ägyptischer Kunst, die Antikensammlungen und die Glyptothek. Unter dem Dach der Pinakothek der Moderne finden sich künftig die Sammlung moderner Kunst, die Sammlung Goetz, Die Neue Sammlung und das Deutsche Theatermuseum.

Das Staatsmuseum in Franken soll das Museum für Franken in Würzburg und das Neue Museum Nürnberg umfassen. Zudem ist ein Museum für Industriekultur geplant – mit dem Textil- und Industriemuseum Augsburg, dem Porzellanikon in Selb und Hohenberg an der Eger und dem Glasmuseum in Frauenau. Das Museum Brandhorst, die Archäologische Staatssammlung, das Museum Fünf Kontinente und die Staatliche Graphische Sammlung dagegen bleiben eigenständige Häuser.

© SZ/DPA - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Ein Jahr Grünen-OB in Würzburg
:„Manche warten nur, dass der Grüne etwas tut, was typisch grün daneben ist“

Ein Grüner als Oberbürgermeister – kann der überhaupt ein Bierfass anzapfen?  Seit einem Jahr ist Martin Heilig erster Grünen-OB in Bayern. Und lässt sich auch von Markus Söder nicht aus der Ruhe bringen.

SZ PlusInterview von Olaf Przybilla

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: