Artenvielfalt in Bayern:Ein schlechtes Jahr für junge Uhus

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Artenvielfalt in Bayern: Dass es in Bayern wieder mehr als 500 Brutpaare gibt, liegt auch an dem aufwendigen Artenhilfsprogramm des Freistaats.

Dass es in Bayern wieder mehr als 500 Brutpaare gibt, liegt auch an dem aufwendigen Artenhilfsprogramm des Freistaats.

(Foto: Dieter Mahlke/imago/imagebroker)

Dieses Frühjahr gab es kaum Mäuse und andere Beutetiere für die Greifvögel, deshalb haben viele die Brut abgebrochen oder erst gar nicht damit angefangen.

Von Christian Sebald

In der Fränkischen Schweiz, aber auch anderswo in Bayern hört man in der Sommerzeit für gewöhnlich die heiser krächzenden Bettelrufe junger Uhus. Dieses Jahr ist das anders. Die Rufe bleiben vielerorts aus. Die Uhus haben ganz offenkundig kaum Nachwuchs bekommen. Zwar haben Torben Langer vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) und seine Helfer im Februar allein in der Fränkischen Schweiz fast 70 balzende Uhus beobachtet. Aber erfolgreich gebrütet haben davon die wenigsten. Zwischen Main und Pegnitz haben die LBV-Leute nur elf junge Uhus entdeckt. Als Grund für den schlechten Bruterfolg vermutet Langer, dass es dieses Jahr vergleichsweise wenige Mäuse und andere Beutetiere für die Eulenart gab. 2021 trafen sie in der Fränkischen Schweiz fast sechsmal so viele junge Uhus.

Der Uhu oder Bubo bubo, wie sein wissenschaftlicher Name lautet, ist die größte Eulenart. Er ist in Asien, Europa und Nordafrika verbreitet. Die Greifvögel haben einen massigen Körper, einen auffällig dicken Kopf mit Federohren und orangegelbe Augen, ihr Gefieder weist dunkle Längs- und Querzeichnungen auf. Uhus kommen in Bayern vielerorts vor - nach Angaben des Landesamts für Umwelt vor allem in der Fränkischen Alb und in Mainfranken, aber auch an den Mittelläufen der größeren Flüsse. Im Fichtelgebirge, aber auch im Oberpfälzer und im Bayerischen Wald sind Uhus dagegen eher selten anzutreffen. Wichtig für die Uhus ist eigentlich nur, dass sie eine Felswand, eine Felsnische oder ein Felsband für ihr Gelege finden. Häufig besiedeln sie auch Steinbrüche. In den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts waren die Uhus fast ausgestorben in Bayern. Dass es heute landesweit wieder mehr als 500 Brutpaare gibt, liegt auch an dem aufwendigen Artenhilfsprogramm, das sich der Freistaat für die Uhus leistet.

Der Bruterfolg der Uhus ist wie bei vielen anderen Vogelarten eng mit dem Nahrungsangebot für sie verbunden. "Wenn die großen Eulen nicht ausreichend zu fressen finden, brechen sie die Brut vorzeitig ab oder beginnen erst gar nicht damit", sagt Langer. Sorgen muss man sich um die Uhus aber noch nicht machen. "Es gehört dazu, dass es immer mal wieder ein schlechtes Mäusejahr gibt", sagt Langer. "Im nächsten Jahr kann das schon wieder ganz anders aussehen."

Das letzte schlechte Uhu-Jahr in Bayern war 2018. "Im Jahr darauf hat sich die Situation dann aber bereits wieder normalisiert", erinnert sich Langer. Viele Uhus bereiten sich in diesen Wochen schon wieder auf die nächste Brutsaison vor. "Sie balzen bereits und markieren ihre Reviere für das nächste Frühjahr", sagt Langer. Deshalb ist es auch nicht ungewöhnlich, dass man abends weithin übers Land die charakteristischen U-hu-Rufe hören kann.

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