„Bayerns Igel gesucht“: So lautet das Motto einer Mitmachaktion des bayerischen Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV), der dazu aufruft, zwischen dem 18. und 28. September Igel in der Natur zu zählen. „Jede einzelne Meldung liefert wertvolle Daten zu den Tieren“, sagte die LBV-Biologin Angelika Nelson laut Mitteilung am Montag. Die Beobachtungen könnten helfen, Wissenslücken zu schließen und den Igel gezielt zu schützen.
Mitmachen können Familien, Spaziergänger, Gartenbesitzer oder Schulklassen. Ihre Ergebnisse sollen sie online unter www.igel-in-bayern.de melden.
Im Herbst seien die Chancen, Igel zu entdecken, besonders gut, teilte der LBV weiter mit. Denn derzeit wären die Tiere besonders aktiv. Bevor sie im Oktober und November in den Winterschlaf gehen, müssen sie sich Fettreserven anfressen. Auf der Suche nach Insekten, Regenwürmern und anderen Nahrungstieren streiften die Stacheltiere durch Gärten und Parkanlagen, vor allem in der Dämmerung und nachts. Im Laufe des Novembers oder Dezembers begännen sie dann mit dem Winterschlaf, hieß es in der Mitteilung weiter.
Der Igel steht nach Angaben des LBV zunehmend unter Druck und befindet sich in Bayern auf der Vorwarnliste gefährdeter Tierarten. Der Verlust geeigneter Lebensräume, die intensive Nutzung von Flächen und damit verbundene Gefahren erschwerten dem Wildtier das Überleben, sagte Nelson.
Die Herbstzählung ist Teil des bundesweiten Gemeinschaftsprojekts „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“. Die Aktion findet den Angaben zufolge zum vierten Mal statt. Tausende Menschen hätten sich in den vergangenen Jahren beteiligt und Beobachtungen aus Gärten, Parks, Siedlungen und der freien Landschaft gemeldet.


