Bayern:Nachwuchsmangel bei der Polizei: Ausbildungsplätze unbesetzt

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Kandidaten für den Mittleren Dienst bei der Bayerischen Polizei nehmen, im Rahmen eines zweitägigen Auswahlverfahrens, an verschiedenen Test teil. (Foto: Peter Kneffel/dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

München (dpa/lby) - Der Bayerischen Polizei fehlt der Nachwuchs: Seit Anfang vergangenen Jahres konnten rund 100 Ausbildungsplätze auf der 2. Qualifikationsebene, dem ehemaligen „mittleren Dienst“, nicht besetzt werden, wie das Innenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zum einen habe es nicht genügend qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber für die Stellen gegeben, andererseits hätten Bewerberinnen und Bewerber auf die ihnen angebotene Ausbildungsplätze verzichtet. Die bisher nicht erfolgten Einstellungen sollen bei späteren Einstellungsterminen nachgeholt werden, so das Ministerium.

„Wir müssen feststellen, dass wir uns im direkten Konkurrenzkampf mit der freien Wirtschaft und anderen Behörden befinden und wir in diesem Wettbewerb gerade ins Hintertreffen geraten“, sagte Jürgen Köhnlein, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Bayern. Zwar sei dies auch eine Nachwirkung der Corona-Pandemie. „Eine der Hauptursachen liegt aber in den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre“, sagte Köhnlein. Die Gewalt gegen Beamte nehme zu, „Polizeibashing“ sorge zudem für eine Stimmung gegen den Polizeiberuf. „Das wirkt sich negativ auf Bewerberzahlen aus und zehrt an den Kräften des bestehenden Personalkörpers.“

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zufolge ist die Polizei „wie andere Arbeitgeber von den steigenden Herausforderungen bei der Bewerbergewinnung vor allem hinsichtlich der demografischen Entwicklung betroffen“. Man forciere daher die Nachwuchswerbung und habe eine eigene Expertengruppe eingerichtet. Die Polizei sei aber „nach wie vor ein beliebter Arbeitgeber“, so Herrmann.

Im Jahr 2022 zeigte sich bei den Bewerberzahlen für die 2. Qualifikationsebene ein starker Rückgang: 10.400 Personen bewarben sich auf die 1500 Stellen, 2021 waren es noch 13 600 Bewerbungen für 1510 Stellen und im Jahr 2020 insgesamt 12.200 Bewerbungen für 1650 Stellen. Zum ersten von zwei Einstellungsterminen 2023 im März bewarben sich 4800 Personen auf 640 Stellen. Beim „gehobenen Dienst“ blieben die Bewerberzahlen dagegen weitgehend stabil.

© dpa-infocom, dpa:230621-99-128714/3

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