Bildung in BayernKultusministerin Stolz ist strikt gegen „Migrationsquote“ an Schulen

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Die bayerische Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) lehnt eine „Migrationsquote“ an Schulen ab. Das Bild zeigt sie bei einer Pressekonferenz zum Schuljahresanfang im Herbst 2024.
Die bayerische Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) lehnt eine „Migrationsquote“ an Schulen ab. Das Bild zeigt sie bei einer Pressekonferenz zum Schuljahresanfang im Herbst 2024. Lennart Preiss/dpa

Die Bundesbildungsministerin hatte eine Obergrenze von Kindern mit Migrationshintergrund als denkbares Modell bezeichnet. Die CSU scheint offen zu sein, doch die zuständige Ministerin legt sich fest.

Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) lehnt eine Begrenzung des Anteils von Kindern mit Migrationshintergrund an Schulen strikt ab. „Wir setzen in Bayern auf Integration und nicht Separation“, sagte Stolz. „Eine Migrationsquote an unseren Schulen ist schon organisatorisch gar nicht umsetzbar, aber darüber hinaus auch das falsche Signal.“ Alle Kinder und Jugendlichen hätten ein Recht auf Bildung, unabhängig von ihrer Herkunft.

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte sich zuletzt auf Nachfrage offen für die Idee einer solchen Obergrenze gezeigt. „Das ist ein denkbares Modell“, sagte sie in der Sendung „Politikergrillen mit Jan Philipp Burgard“ bei Welt TV. Burgard hatte die CDU-Politikerin mit Verweis auf das Beispiel Dänemark nach ihrer Meinung zu einer solchen Beschränkung gefragt. Die CDU-Politikerin, die wegen der Zuständigkeit der Länder für die Schulen allerdings nur Empfehlungen aussprechen kann, schränkte aber ein, dass es entscheidend sei, dass Kinder, wenn sie in die Schule kämen, Deutsch könnten.

Anders als Stolz hatte sich der Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko vom Freie-Wähler-Koalitionspartner CSU durchaus offen für den Vorschlag gezeigt. „Wir werden den Vorschlag offen diskutieren und prüfen“, sagte der CSU-Politiker der Augsburger Allgemeinen. Man müsse sehen, ob eine solche Maßnahme organisatorisch machbar wäre, fügte er aber hinzu.

Stolz betonte nun, der absolute Schwerpunkt liege auf der Sprachförderung, „da die Sprache den Schlüssel zur Teilhabe auch am schulischen Leben darstellt“. „Mit den neuen Sprachstandstests vor der Einschulung erkennen wir frühzeitig, wo Unterstützung nötig ist – und bieten sie gezielt an“, sagte sie. „Durch Vorkurse, zusätzliche Deutschklassen, gezielte pädagogische Begleitung und Programme wie das Startchancenprogramm stärken wir Schulen dort, wo die Herausforderungen am größten sind, damit Integration gelingt und jedes Kind seine Talente entdecken und seine Fähigkeit voll entfalten kann.“

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