Die bayerische Staatsregierung sieht einen „erfolgreichen Kurswechsel in der Migrationspolitik“. Das geht aus der Asylbilanz für das Jahr 2025 des Innenministeriums hervor. Nach Jahren hoher Zuwanderung hat sich die Zahl der Asyl-Neuzugänge demnach mehr als halbiert. Konkret sei sie um 57 Prozent gesunken, auf 13 850 (von 31 900 im Vorjahreszeitraum).
Gleichzeitig sei die Zahl der „Aufenthaltsbeendigungen“ in bayerischer Zuständigkeit um fast zehn Prozent gestiegen, auf 19 400 Personen. Den größten Anteil dabei betragen freiwillige Ausreisen (15 764), doch es gab auch mehr Abschiebungen – nämlich 3649, ein Plus von etwa 21 Prozent.
Innenminister Joachim Hermann (CSU), der die Zahlen am Freitag im Landesamt für Asyl und Rückführungen in Manching bei Ingolstadt vorstellte, betonte: „Durch unsere Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene lag 2025 die Summe der Aufenthaltsbeendigungen in Bayern durchgehend deutlich höher als die Zahl der Asylneuzugänge.“ Er bilanzierte: „Die Zeit der naiven Migrationspolitik ist vorbei.“ Übrigens auch bei Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine registrierte man vergangenes Jahr einen Rückgang: gezählt wurden 17 000 Personen, ein Minus von 15 Prozent.
Für die Staatsregierung habe die Rückführung von Straftätern und Gefährdern oberste Priorität, so Herrmann. So seien im vergangenen Jahr 1405 Personen aus Bayern abgeschoben worden, die zuvor strafrechtlich verurteilt waren; also etwa 40 Prozent aller Rückführungen. „Wer in Deutschland unsere Gesetze missachtet und schlimmstenfalls zu einer Gefahr für unsere Bürgerinnen und Bürger wird, hat sein Bleiberecht verwirkt.“
Herrmann sagte, er begrüße besonders, dass „endlich auch wieder Straftäter nach Afghanistan abgeschoben werden – darunter seit 2025 bisher 19 schwere Straftäter aus Bayern.“ Wie schon bei der Vorstellung von Herrmanns Sicherheitsstrategie zum Jahresbeginn diskutierte wurde, fordert die CSU künftig auch Linienflüge nach Afghanistan und Syrien. Der entsprechende Vorstoß kam von der Landesgruppe im Bundestag, auf deren Klausur im Kloster Seeon.
Maßgeblich für die Einreise, konkret durch Grenzkontrollen, ist die Bundespolitik; auch wenn Bayern hier seit Jahren mit einer eigenen Grenzpolizei unterstützend tätig ist. Der Trend zu sinkenden Zugangszahlen war indes schon vor Antritt der Bundesregierung und von CSU-Bundesinnenminister Alexander Dobrindt 2025 erkennbar. So lagen die Asyl-Zugangszahlen in Bayern 2023 bei etwa 50 000 Personen, im Folgejahr dann bei knapp 32 000; ein Rückgang von 37 Prozent. Dobrindt hatte aber die noch unter der Ampel-Regierung eingeführten Kontrollen intensiviert und darüber hinaus die Abweisung der meisten Personen mit Asylbegehren angeordnet.
„Hochproblematisch“ nennt die SPD die Zurückweisungen
Das Schengen-System in Europa funktioniere nur mit wirksam geschützten Außengrenzen, erklärte Herrmann am Freitag. Solange diese nicht konsequent gesichert seien, müsse man „weiter nationale Verantwortung übernehmen“. Die Grenzkontrollen in ihrer jetzigen Ausgestaltung hatten zuletzt Kritik etwa der SPD im Landtag ausgelöst, obwohl die Partei Teil der Bundesregierung ist. In einem Antrag der SPD-Fraktion unter Führung von Holger Grießhammer hieß es kürzlich: Die Zurückweisungen an den Grenzen seien aus rechtsstaatlicher Sicht „hochproblematisch“. Die Staatsregierung müsse zudem eine Studie über die Folgen der Kontrollen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Bayern erstellen lassen, etwa für Pendler in Grenzregionen und international tätige Firmen.
Herrmann sagte am Freitag, die sinkenden Zugangszahlen hätten sich auch bereits positiv auf die Lage bei der Unterbringung in den Kommunen ausgewirkt. Lebten Ende 2024 noch 138 000 Personen in bayerischen Asylunterkünften, lag die Zahl ein Jahr später nur noch bei 124 500 Personen. Es ist ein Problem, das in den vergangenen Jahren oft Hilferufe von Landräten und Bürgermeistern auslöste, gerade auch aus den Reihen der CSU. Zwar sind die Unterkünfte laut dem Innenminister nun mit rund 85 Prozent immer noch stark belegt. „Aber die Lage entspannt sich und endlich können wir nach Jahren des Zuwachses wieder Unterkünfte schließen – beginnend mit den besonders teuren Unterkünften wie Hotels und den noch verbliebenen Notunterkünften.“ Zugleich sei „auch keine einzige Turnhalle in Bayern mehr mit Flüchtlingen belegt“.
Herrmann verwies bei der Bilanz außerdem auf eine gute Integration in den Arbeitsmarkt in Bayern. Man sei hier „nach wie vor Spitzenreiter“. Der Freistaat habe 2025 mit neun Prozent die bundesweit niedrigste Arbeitslosenquote von Ausländern; deutschlandweiter Durchschnitt: 14,8 Prozent. Und noch deutlicher vorne in der Statistik liege Bayern bei ausländischen Frauen.

