Vor hundert Jahren:Als Bayern die Chance hatte, Hitler zu verhindern

Vor hundert Jahren: Reichspräsident Friedrich Ebert (links) und der bayerische Ministerpräsident Hugo Max Graf von Lerchenfeld-Koefering (rechts) beim Besuch der deutschen Gewerbeschau 1922 in München.

Reichspräsident Friedrich Ebert (links) und der bayerische Ministerpräsident Hugo Max Graf von Lerchenfeld-Koefering (rechts) beim Besuch der deutschen Gewerbeschau 1922 in München.

(Foto: Scherl/Süddeutsche Zeitung Photo)

Unter den vielen Schicksalsjahren, die Bayern erlebt hat, wird dem Jahr 1922 wohl am wenigsten Beachtung geschenkt. Zu Unrecht. Denn damals hätte es der Ministerpräsident von Lerchenfeld sogar in der Hand gehabt, die "Hitlerei" zu beenden.

Von Hans Kratzer

Geschichte wiederholt sich zwar nicht im Detail, aber es verblüfft immer wieder, welche Parallelen sie zu schaffen weiß. Wirtschaftskrise, politische Instabilität, Inflation, diese Plagegeister der Gegenwart bedrängten die Menschen auch vor hundert Jahren. Es schadet also nicht, einen Blick zurück zu werfen, was ja bezüglich der Revolution von 1918/19 schon oft geschah. Weniger präsent sind die Jahre danach, obwohl sie wegen ihrer schicksalhaften Fehlentwicklungen besonders lehrreich sind. Gerade die Frage, wie es passieren konnte, dass in Deutschland radikale Kräfte rapide Oberwasser bekamen, lässt sich am Jahr 1922 beispielhaft erörtern. Für Bayern war es auch insofern ein entscheidendes Jahr, als es seine letzte Chance vertat, unter Einsatz von Vernunft seine Eigenstaatlichkeit zu stärken und die radikalen Kräfte von der politischen Bühne zu verscheuchen.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusWirtshäuser
:Im Bauch von Bayern

Das Wirtshaus ist ein Biotop der bayerischen Volkskultur, doch es trocknet aus. Würdigung einer Institution, die Unterhaltern und Revolutionären eine Bühne bot - und noch nicht verloren ist.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: