Besoldung:Darum ist es richtig, alle Lehrer gleich zu bezahlen

Lesezeit: 1 min

Lehrer zeigt auf Tafel

Lehrer sollen endlich gleich besoldet werden - egal, in welcher Schulart sie arbeiten.

(Foto: dpa)

Angehende Mittelschullehrer in Bayern sollen als erste so viel verdienen wie ihre Kollegen an anderen Schularten. Ein überfälliger Schritt.

Kommentar von Anna Günther

Es ist richtig, allen Lehrern in Bayern das gleiche Einstiegsgehalt zu bezahlen. Dieser Schritt ist überfällig. Richtig ist auch, mit den Mittelschulen zu beginnen. Seit Jahren ist bekannt, dass besonders an Mittelschulen Lehrer fehlen. Seit Jahren ist absehbar, dass Realschul- und Gymnasiallehrerinnen, die bisher dort einsprangen, sofort zurückwechseln, wenn sich Joboptionen eröffnen. Nun kommt beides zusammen und zudem kaum Lehrernachwuchs nach. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, verschlechtert sich die Situation an den Schulen weiter. Den Ärger der Eltern kann die Staatsregierung vor der Landtagswahl nicht brauchen.

Gerade die Mittelschulen, in denen es auf jeden zusätzlichen Lehrer ankommt, haben seit Jahren ein Imageproblem. Mühsamer soll der Job sein, Lehrer mehr Sozialpädagogen als Wissensvermittler, die Klassen heterogener, voller Null-Bock-Jugendlicher. Dem gegenübergestellt werden gern brave, wissbegierige Gymnasiasten. Beides sind Klischees, beides mag es geben, aber bestimmt nicht überall. Weil es nahezu unmöglich ist, schnell ein Image zu wandeln, müssen Anreize her, um den Job attraktiver zu machen. Mehr Geld ist da eine schnelle Lösung.

Längst ist die Schullandschaft ein Markt, bundesweit buhlen die Länder um Lehrer. Und Bayern ist das letzte Bundesland, in dem Mittelschullehrer nicht A 13 verdienen. Alle anderen haben umgestellt oder den Umstieg angekündigt. Wenn eine Ressource knapp ist, steigt ihr Preis - Marktwirtschaft. In Zeiten des Fachkräftemangels sind studierte Lehrer überall begehrt. Der Staat muss sich also bemühen, jene besonders zu umwerben, die noch mit Mittelschulen liebäugeln.

Freizeit und Work-Life-Balance seien den jungen Leuten wichtiger, sagen frustrierte Headhunter und auch A-13-Kritiker gern. Geld locke gar nicht. Ungerechtigkeit und mangelnde Wertschätzung sorgen bei diesen jungen Menschen aber auch für Frust: Wieso ein Mittelschullehrer auf dem Gehaltszettel 664 Euro weniger wert sein soll als sein Kollege an der Realschule, ist Abiturienten von heute kaum zu vermitteln. Und selbst wenn sich nur ein paar Dutzend angehende Mittelschullehrerinnen am Ende für die Schule und gegen andere Jobs entscheiden, hat sich die Investition in A 13 schon gelohnt.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusKloster Banz
:Söder verspricht eine Milliarde Euro gegen die Krise

Bei ihrer Herbstklausur will die CSU-Landtagsfraktion den Eindruck der Ideenlosigkeit zerstreuen. Als Frontmann trumpft Ministerpräsident Markus Söder mit einem eigenen bayerischen Härtefallfonds auf, sagt allen Lehrkräften das gleiche Einstiegsgehalt zu - und schließt eine bestimmte Koalition nach der Landtagswahl 2023 kategorisch aus.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB