Lückenhafte ÜberwachungIn Bayern fehlen Lebensmittelkontrolleure

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Ist das Fleisch richtig gelagert, zu kalt, zu warm, all das überprüfen Lebensmittelkontrolleure.
Ist das Fleisch richtig gelagert, zu kalt, zu warm, all das überprüfen Lebensmittelkontrolleure. Foto: Uwe Anspach/dpa
  • In Bayern fehlen Lebensmittelkontrolleure, besonders in schwäbischen Landkreisen wie Günzburg mit 26 Prozent unbesetzten Stellen.
  • Zum 1. Februar 2026 waren in Schwaben fast 13 Prozent der Stellen unbesetzt, was die Kontrolldichte und Qualität beeinträchtigt.
  • Die SPD-Abgeordnete Rasehorn warnt vor einem Risiko für die Lebensmittelsicherheit und fordert verbindliche Personalaufstockungen.
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Von Mäusekot bis Gammelfleisch, immer wieder erschüttern Lebensmittelskandale das Land. Dennoch gibt es zu wenig Personal.

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In Bayern fehlen Lebensmittelkontrolleure. Viele Stellen sind unbesetzt, besonders in einigen Landkreisen in Schwaben. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Anna Rasehorn hervor. Den höchsten Anteil unbesetzter Stellen verzeichnete der Landkreis Günzburg mit 26 Prozent. Dort waren demnach zum 1. Februar von fünf Stellen 1,3 nicht besetzt. Dahinter folgten Unterallgäu (25 Prozent), Ostallgäu (24 Prozent) sowie Pfaffenhofen an der Ilm (21 Prozent). Donau-Ries und Wunsiedel hatten jeweils 20 Prozent unbesetzte Stellen.

Rasehorn sprach von einem „regionalen Alarmzustand“ in Schwaben. Zum Stichtag 1. Februar 2026 seien dort fast 13 Prozent der Stellen unbesetzt gewesen. Zudem lägen vier der zehn am schlechtesten besetzten Landkreise in Schwaben. „Wenn fast jede achte Stelle fehlt, können die verbleibenden Beschäftigten die Lücken nicht auffangen – nicht ohne gravierende Einbußen bei Kontrolldichte und Qualität“, sagte die Sprecherin für Verbraucherschutz der SPD-Landtagsfraktion.

Als Gründe für die offenen Stellen nennt das Ministerium unter anderem Teilzeit, Elternzeit, Beurlaubung, Altersteilzeit und Ruhestand. Außerdem könnten Stellen teils wegen fehlender Bewerberinnen und Bewerber nicht besetzt werden. „In der Praxis ist es nicht möglich, die Personalbewirtschaftung so zu gestalten, dass alle ausgewiesenen Stellen zu jedem Zeitpunkt besetzt sind“, schrieb das Ministerium.

Sonst könne etwa auf kurzfristig gestellte Anträge auf Rückkehr aus der Elternzeit oder Stundenerhöhung bei Teilzeitbeschäftigung nicht reagiert werden. Zwar könnten Aushilfskräfte befristet eingestellt werden. Hoheitliche Aufgaben – etwa als Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft – könnten aber nur Beamtinnen und Beamte wahrnehmen.

Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahrzehnten Lebensmittelskandale gegeben. Einmal sorgten Mäuse in einer Bäckerei und deren Kot beim Brot für Aufsehen, dann wiederum ging es um Schimmel, Schaben oder Maden in Produktionsstätten oder um Gammelfleisch und erhöhte Dioxinwerte in Eiern.

In der Lebensmittelüberwachung gehe es um den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, betonte Rasehorn. „Eine dauerhafte Unterbesetzung ist daher kein organisatorisches Randproblem, sondern ein ernst zu nehmendes Risiko für die Lebensmittelsicherheit jedes Einzelnen.“

Die aktuelle Politik der Staatsregierung verschärfe die Lage, statt sie zu verbessern. Die verzögerte Übertragung der Tarifrundenergebnisse auf die Beamtinnen und Beamten sende ein fatales Signal an jene, die sich für eine Karriere im öffentlichen Dienst entscheiden könnten, sagte Rasehorn. Es brauche eine ehrliche Bestandsaufnahme, verbindliche Personalaufstockungen und eine Wertschätzung für den öffentlichen Dienst.

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