Es gibt ein paar Dinge, die sind aus dem Freistaat nicht wegzudenken. Laptop und Lederhosen (dem Anschein nach noch genügend im Umlauf), CSU (steht nach wie vor stabil da), Brezen und Weißwürste (auch noch da, aber immer teurer) und schließlich: Bier.
Letzteres hat es als bayerisches Kulturgut derzeit alles andere als leicht. Nun muss man nicht gleich den Teufel an die Wand malen und davon reden, dass es komplett vom Aussterben bedroht ist. Aber es ging ihm schon einmal besser. Man könnte sagen: Es kränkelt ein bisserl.
Der Bierkonsum im Freistaat ist rückläufig, im vergangenen Jahr verzeichnete man ein Minus von 4,5 Prozent beziehungsweise 800 000 Hektoliter weniger als im Vorjahr. Pro Kopf und Jahr blieb da nur noch ein verschwindend geringer Konsum von 88 Litern übrig. Vor einem halben Jahrhundert lag der Pro-Kopf-Verbrauch noch bei stolzen 151 Litern.
Nächste Baustelle: das Brauereien-Sterben. Von den 2025 in Deutschland gezählten 1415 Brauereien befanden sich zwar immer noch beachtliche 588 im Freistaat. Aber auch im Bierstaat Bayern war ihre Zahl rückläufig, 13 von ihnen mussten binnen eines Jahres aufgeben.
Als ob das alles nicht schon genug wäre, flattert nun auch noch diese Nachricht ins Haus: Bayerns Bauern wollen keine Braugerste mehr anbauen. Prost Mahlzeit! Nur noch 73 273 Hektar Sommergerste bauten die bayerischen Landwirte dieses Jahr an. Laut Landesanstalt für Landwirtschaft so wenig wie noch nie. Ein Minus von 13,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als der Wert immerhin noch bei gut 85 000 Hektar lag. Tränen in den Augen bekommt der geneigte Bier- und Braugerste-Freund, wenn er auf die 1980er-Jahre zurückblickt: Da waren es noch mehr als 300 000 Hektar.
Aber was soll man machen, Braugerste lohne sich halt für die Landwirte nicht mehr, heißt es. Weniger Dünger und geringere Erträge als bei der Futtergerste und hohe Ansprüche der Mälzereien, die die Gefahr bergen, dass die Qualität dann doch nur fürs weniger einträgliche Verfüttern an Tiere reicht und nicht für das Bierbrauen.
Aber noch ist für das Bier nicht Hopfen und Malz verloren. Vielleicht lässt sich ja über die steigende Nachfrage der Negativtrend aufhalten und die Lage stabilisieren. Also auf ins Wirtshaus! Irgendwo muss man ja anfangen.

