Herbst in BayernGekocht, gebraten oder im Suppentopf – überall ist der Kürbis

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Wenn der Herbst kommt, dann kommt man in Bayern auch an den Kürbissen nicht mehr vorbei.
Wenn der Herbst kommt, dann kommt man in Bayern auch an den Kürbissen nicht mehr vorbei. Johannes Simon

Im Freistaat gilt das bunte Fruchtgemüse immer noch als invasive Art, mit dem kulinarisch kaum jemand etwas anzufangen weiß. Warum es trotzdem ganz großartig ist, dass es die Panzerbeere gerade wieder an jeder Ecke zu kaufen gibt.

Von Florian Fuchs

Ein Kürbis entsteht aus einer Blüte und enthält Samen. Aus Sicht von Botanikern gilt er deshalb als Frucht, genauer gesagt als Beere. Man spricht auch, der harten Schale wegen, vom Kürbis als Panzerbeere. Das hilft aber alles nichts, denn natürlich schmeckt ein Kürbis nicht wie eine Frucht und nicht wie eine Beere. Ein Kürbis schmeckt wie Gemüse, er wird gemeinhin auch so zubereitet. Man bezeichnet ihn deshalb auch als Fruchtgemüse.

Das ist alles sehr verwirrend, zumal für Bewohner des Freistaats, die offensichtlich ein zwiespältiges Verhältnis zu Kürbissen unterhalten. Einerseits entkommt man dieser Tage dem seltsamen Fruchtgemüse in all seinen großen und kleinen, dicken und dünnen, runden und länglichen Variationen genauso wenig wie weihnachtlichem Lebkuchen im Supermarkt. An jeder zweiten Ecke verkauft ein Bauer seine Zier- und Esskürbisse.

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Andererseits kommt die bayerische Küche seit Menschengedenken gut ohne Panzerbeere aus. Im Bayerischen Kochbuch, das als Standardwerk über jeden Zweifel erhaben ist, findet der Kürbis als Kompott exakt eine Erwähnung, Seite 524. Demnach gilt der Kürbis hierzulande noch immer als invasive Art, mit dem kulinarisch kaum jemand was anzufangen weiß, obwohl indigene Völker etwa in Mittelamerika Kürbisse seit Tausenden Jahren kultivieren und die Spanier ihn vor 500 Jahren nach Europa brachten.

Und trotzdem ist es natürlich großartig, dass auch in Bayern Myriaden von Kürbissen angebaut werden. Nicht nur, weil es eine unbeugsame Schar von Liebhabern gebratener, gekochter und zu Suppe verarbeiteter Kürbisse gibt, die ihre Rezepte neumodischen, international ausgerichteten Kochbüchern entnehmen. Sondern, weil die Kürbisse hübsch anzusehen sind. Alleine all die Freizeitparks brauchen Tausende Kürbisse, um ihre Fahrgeschäfte und Themenwelten herbstlich zu schmücken.

Auch auf Schloss Kaltenberg haben sie bis Anfang November wieder ihre Kürbiswelten aufgebaut, mitsamt Bayerischer Kürbiswiegemeisterschaft und Kürbis-Paddeln. Der Kürbis also ist weder als Frucht noch als Gemüse, sondern vielmehr als Zierde und Attraktion auch aus Bayern nicht mehr wegzudenken. Und natürlich als Kürbisfratze. Da gilt es bloß, den richtigen Zeitpunkt abzupassen und die ausgehöhlte Frucht mit Haarspray, Vaseline oder einem Wasserstoffperoxidgemisch zu präparieren. Sonst schimmelt der Kürbis im Vorgarten weg bis Halloween.

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